1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Kinderhaus
  6. >
  7. Pfarrcaritas bittet um Spenden für Kinderhaus und Sprakel

  8. >

St. Marien und St. Josef

Pfarrcaritas bittet um Spenden für Kinderhaus und Sprakel

Münster-Kinderhaus

Die Pfarrcaritas hilft unbürokratisch - egal, ob eine Rentnerin Unterstützung zum Heizen braucht oder eine Familie Geld für Unterrichtsmaterialien. Da die Haussammlung in diesem Advent coronabedingt ausfällt, bittet die Gemeinde um die Überweisung von Spenden.

Von Iris Sauer-Waltermann

Sie bitten um Spenden für Anliegen der Pfarrcaritas (v.l.): Lavinia Stroe (Sozialberatung) , Pfarrer Ulrich Messing, Marion Biemann (Vorstandsmitglied Pfarrcaritas mit Schwerpunkt Sprakel), Claudia Jansen (Pfarrcaritas, Leiterin des „Obolus“) und Mona Fuchs („Freiraum“). Foto: isa

Die alte Dame heizt so gut wie gar nicht. Selbst an kalten Tagen begnügte sie sich damit, im Sessel eine Decke über die Beine zu legen, um ihr Geld für andere Dinge zu sparen. Für Busfahrkarten etwa, oder dafür, sich ab und zu frisches Obst zu kaufen und jede Woche eine Kerze auf das Grab ihres verstorbenen Mannes zu stellen.

Hier hilft die Gemeindecaritas der Pfarrei St. Marien und St. Josef mit einem kleinen Heizkostenzuschuss. Da man zurzeit coronabedingt auf die Haustürsammlung verzichtet, bittet die Gemeinde dringend darum, Spendengelder zu überweisen.

Bis zu 12 000 Euro fehlen

„Wenn wir die Menschen im Advent persönlich besuchen, kommen in der Regel 10 000 bis 12 000 Euro zusammen“, erklärt der leitende Pfarrer der Gemeinde, Ulrich Messing. „Dieses Geld fehlt uns nun an allen Ecken und Enden.“

Die Spendengelder bleiben innerhalb der Pfarrgemeinde, also in Kinderhaus und Sprakel. Es werden davon unter anderem Lebensmittelgutscheine ausgegeben, Tornister für Schulanfänger ausgestattet, Ferienfreizeiten und Schulbücher bezahlt, Sprachförderung und Nachhilfe finanziert. Auch das Sozialkaufhaus Obolus und die Initiative „Freiraum“ für Frauen werden unterstützt.

Pfarrer Ulrich Messing

„Wo die Politik manchmal nur redet, handeln wir“, unterstreicht Pfarrer Messing. Die Hilfe sei unbürokratisch und komme allen Menschen in sozialer Not zugute. Dabei sei ein Lebensmittelgutschein, der im Sozialbüro der Gemeinde ausgegeben wird, oft der Türöffner, um mit Bedürftigen ins Gespräch zu kommen.

Was steckt hinter der Notlage? Sind es Schulden, wird der Unterhalt nicht pünktlich bezahlt, oder wurde der Antrag auf Wohngeld nicht richtig gestellt? Diese Fragen werden dann geklärt. Hilfesuchende können vom Sozialbüro direkt zur Schuldnerberatung, zur Kinderhauser Arbeitslosen-Initiative (KAI) oder zu anderen Einrichtungen weiter verwiesen werden.

Problem Altersarmut

„Ein großes Problem ist die Altersarmut“, erläutert Pfarrer Messing. Bei seinen Besuchen in der Gemeinde erlebe er etwa, dass vor allem Rentnerinnen manchmal nur 450 Euro im Monat zum Leben bleiben. „Viele scheuen sich dennoch, Hilfe anzunehmen und etwa Lebensmittel bei der Tafel abzuholen“, weiß der Pfarrer. Da sei ein Lebensmittelgutschein oft sehr willkommen. In Einzelfällen werde auch eine kleine regelmäßige Unterstützung finanziert.

Aktuell seien auch die gestiegenen Strompreise ein Thema. Messing appelliert an Betroffene, sich frühzeitig zu melden und nicht zu warten, bis der Strom abgestellt wird. Auch Familien mit mehreren Kindern könnten Hilfe oft sehr gut gebrauchen, vor allen Dingen wenn am Monatsende plötzlich Unterrichtsmaterialien oder neue Schuhe für die Kinder gekauft werden müssten.

Das Sozialbüro der Gemeinde befindet sich in der Josef-Beckmann-Straße 5. Informationen zur Adventssammlung der Pfarrcaritas und zur Möglichkeit der Online-Spende gibt es im Pfarrbüro St. Marien und St. Josef, Kristiansandstraße 70,  0251/21 40 00. Im Pfarrbüro sind auch Überweisungsträger erhältlich.

Startseite
ANZEIGE