Grüne verweisen auf Altlasten und Grüngürtel

Stillstand beim Baugebiet Moorhock

Münster-Kinderhaus

„Wie geht es eigentlich weiter mit dem Baugebiet Moorhock?“, fragen sich viele, die sich für eine neue Wohnung in Kinderhaus interessieren. Tatsache ist, dass das Projekt vorerst auf die lange Bank geschoben wurde. Hintergründe sind Altlasten und die Diskussion die Bedeutung von Grüngürteln im Stadtteil.

Iris Sauer-Waltermann

So war das Baugebiet geplant. Foto: Stadt Münster

Baugebiete schießen allerorten wie Pilze aus dem Boden. Auch in Kinderhaus gibt es mehrere Projekte, die entwickelt werden sollen. Eine Frage stellen sich viele, die auf die Errichtung von Wohnraum am „Moorhock“ warten: Wie ist eigentlich der Stand der Dinge bei diesem Baugebiet?

Stadt hat die Fläche längst erworben.

„Vorläufig weiterhin Stillstand“, könnte man die Situation zusammenfassen. Obwohl bereits 2018 die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen wurde und die Stadt Münster längst die Fläche erworben hat, stockt das Verfahren. „Zu Recht“, betonen Bündnis 90/Grüne und SPD. „Ein Unding“, sagt die CDU.

Zur Vorgeschichte: Da die Stadt dringend Wohnraum benötigt, sollen unter anderem im Bereich zwischen der Straße Am Moorhock und dem Rektoratsweg Neubauten entstehen. Wegen Altlasten auf dem betreffenden Gelände wurde das Plangebiet um etwa ein Drittel reduziert. Von ursprünglich 60 Wohneinheiten blieben rund 40 übrig, die überwiegend als Mehrfamilienhäuser entstehen sollen.

Aber auch gegen diese abgespeckten Planungen gab es weiterhin Gegenwind, vor allem durch die BV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. So forderte die Bezirksvertretung Münster-Nord im Februar diesen Jahres mit zehn Ja-Stimmen (Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Linke) bei neun Nein-Stimmen (CDU, FDP, AfD) den Rat der Stadt auf, „die weiteren Planungen zum Baugebiet Moorhock zu beenden und das Vorhaben aufzugeben“. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ralf Kiewit, hatte zur Begründung nochmals auf „die Altlasten im Boden und den zu schützenden Grünzug“ hingewiesen.

Der Rat der Stadt nahm im März dieses Jahres die BV-Empfehlung zur Kenntnis und verwies das Projekt an den Planungsausschuss, der sich der Sache nun erneut widmen wird.

„Seit fünf Jahren wird nur diskutiert“, kritisiert Ratsfrau Babette Lichtenstein van Lengerich (CDU). Dabei habe die Stadt bereits einen mittleren sechsstelligen Betrag für den Erwerb des Geländes ausgegeben. Noch schwerer wiege die Tatsache, dass rund eine halbe Million Euro aus dem Etat herausgenommen wurden, da die Maßnahme wegen der Diskussion um die ökologische Relevanz zunächst zurückgestellt sei.

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