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„Solidarität in Kinderhaus“

„Weihnachtsengel“ auf Tour

Münster-Kinderhaus

Die Boten der Aktion „Solidarität in Kinderhaus“ sind auf dem Weg. Sie bringen die Pakete vor Weihnachten zu den Empfängern.

Claus Röttig

Ulrike Konerding, Anne Lemke, Marlen Sanders und Patrick Zeni (v.l.) nahmen die Pakete der Aktion „Solidarität in Kinderhaus“ im Pfarrzentrum entgegen, die in den kommenden Tagen verteilt werden. Foto: Claus Röttig

Es ging bei der Paketabgabe und Annahme der Aktion „Solidarität in Kinderhaus“ zu wie im sprichwörtlichen Taubenschlag. Immer wieder öffnete sich die Tür im Pfarrzen­trum St. Josef, und ein neues, in Geschenkpapier eingewickeltes Paket wurde hereingebracht. „Das ist die Nummer 36“, stellte Ulrike Konerding routiniert fest und hakte die Nummer auf einer Liste ab. Bloß nicht die Übersicht verlieren, lautete die Devise, denn sonst müsste neu sortiert werden. Und dafür hatten die Organisatoren der Aktion „Solidarität für Kinderhaus“ keine Zeit. Denn nun ging es sogleich an das Verteilen der insgesamt 48 Pakete.

„Die Aktion gibt es bestimmt schon seit über 25 Jahren, sie gehört zur Pfarrgemeinde St. Marien und St. Josef“, sagte Marlen Sanders, die ebenfalls Pakete entgegennahm. Der Chor „Feelstimmig“ habe vor sieben Jahren die Organisation vor Ort übernommen. „Es soll niederschwellig sein – von Kinderhausern für Kinderhauser.“

Bevor es zur Bescherung kommen kann, muss stets viel Organisationsarbeit erledigt werden. „Denn die Menschen wissen nichts davon, dass sie ein Paket bekommen“, erklärte Chorleiter Patrick Zeni die Aktion. „Wir bekommen die Adressen von den Beratungsstellen der Diakonie, der Arbeitslosenberatung, dem Begegnungszentrum Kinderhaus und dem Sozialbüro“, ergänzte Sanders. Doch da die Organisatoren im Vorfeld nicht wissen, wie viele Pakete von den Kinderhausern gespendet werden, bleibt es geheim, wer am Ende beschert wird. Infos zum Adressaten, ob es ein älterer Mensch oder eine Familie ist, erhalten die Spender stets vorab beim Novembertreff im Pfarrzen­trum. „Meist handelt es sich entweder um Senioren oder um Familien mit Kindern“, so Sanders: „Bestimmt die Hälfte der Pakete ist für ältere Menschen.“

Nun gehen die „Weihnachtsengel“ der Paketaktion „Solidarität in Kinderhaus“ von Adresse zu Adresse. „Aber niemand kann zuordnen, wer welches Paket bekommt“, betonte Zeni. Das bedeute: „Die Spender haben keine Adresse, wo das Paket hingeht. Und die Überbringer wissen nicht, wer das Paket gepackt hat.“

Patrick Zeni schlug auch nachdenkliche Töne an: „Man bekommt einen besonderen Blick auf den eigenen Stadtteil: Man erkennt den Bedarf, der auch nicht weniger wird mit der Zeit.“ Und Marlen Sanders ergänzte: Es sei nun einmal eine soziale Schere da.

In der Zwischenzeit war auch das letzte Paket im Pfarrzentrum abgegeben worden: Spielzeug für Kinder, vielleicht Gutscheine für Erwachsene, Süßigkeiten oder Parfümartikel. „Wir freuen uns für das kommende Jahr über noch mehr Mitstreiter, die die Pakete verteilen“, so die Organisatoren.

Zum Thema

Wer sich an der Aktion „Solidarität“ in Kinderhaus beteiligen möchte, kann sich bei Patrick Zeni melden unter pzeni­@web.de.

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