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Am Aschermittwoch beginnen Fastenaktionen in Münster-Nord

Wippen zeigen Unrecht auf

Münster-Nord

Was ist gerecht? Ist Gott gerecht? Um diese und weitere Fragen geht es bei den Fastenaktionen in Münsters Norden.

Von Iris Sauer-Waltermann

Wagen und Wippen symbolisieren Gleichgewicht – oder auch Ungleichgewicht. Dass es in der Welt oft ungerecht zugeht und wie man damit umgehen kann, thematisieren verschiedene Fastenaktionen in St. Marien und St. Josef sowie in St. Franziskus. Foto: Gemeinde St. Marien und St. Josef

Die Schere zwischen Arm und Reich gehe seit der Pandemie noch einmal deutlicher auseinander, erklärt Pfarrer Jan Magunski. Tatsächlich sollen etwa laut der Entwicklungsorganisation Oxfam die zehn reichsten Milliardäre der Welt während der Pandemie ihr Vermögen auf insgesamt 1,5 Billionen Dollar verdoppelt haben. Gleichzeitig lebten 163 Millionen Menschen wegen der Pandemie in Armut, heißt es weiter.

„Das ist alles andere als gerecht“, wird mancher denken. „Gerechtigkeit“ – so lautet denn auch das Oberthema der diesjährigen Fastenaktionen in den Pfarrgemeinden in Münsters Norden, die am heutigen Aschermittwoch beginnen.

Wie bereits in den Vorjahren war Pfarrer Magunski wesentlich an der Vorbereitung der Aktionen und der Erstellung des Fastenkalenders beteiligt, der ab sofort erhältlich ist. Mit dem Oberthema „Gerechtigkeit“ nehmen die Gemeinden St. Marien und St. Josef sowie St. Franziskus einen Schwerpunkt des Hilfswerks Misereor auf, erläutert Magunski.

Und andererseits einige der meist diskutierten Fragen der Menschheit: Was ist gerecht? Ist Gott gerecht? Was kann ich zu einer gerechteren Welt beitragen, da die Schere zwischen Reich und Arm – durch Corona beschleunigt – immer weiter auseinanderklafft?

Am Aschermittwoch sind alle zu Gottesdiensten eingeladen, die um 9 Uhr in der St.-Josef-Kirche in Kinderhaus und um 19 Uhr in der St.-Marien-Kirche in Sprakel stattfinden.

Verschiedene Aspekte von Gerechtigkeit

Am Aschermittwoch und an jedem darauf folgenden Fastensonntag (6., 13., 20., 27. März sowie 3. und 10. April) soll jeweils ein anderer Aspekt von Gerechtigkeit im Mittelpunkt der Gottesdienste und Predigten stehen, erläutert Magunski. Ausgehend von den jeweiligen Sonntagsevangelien, gehe es um soziale Gerechtigkeit, Geschlechter- und Generationen-, aber auch Umwelt- oder Klimagerechtigkeit sowie um weitere Fragen.

Auch die Texte des ab Aschermittwoch ausliegenden Fastenkalenders nehmen die Thematik auf, zudem wird es ein „Mottolied“ geben, das die Menschen durch die österliche Bußzeit begleitet: „Hunger nach Gerechtigkeit“.

Parallel dazu werden in den vier katholischen Kirchen in Sprakel, Kinderhaus, Coerde und Rumphorst Wippen aufgebaut, die die Missverhältnisse dieser Zeit veranschaulichen. So kauern etwa in St. Josef auf der einen Seite der Wippe Repräsentanten der armen Bevölkerung auf dem Boden. Eine gläserne Spardose auf der anderen Seite könnte zum Gleichgewicht führen, wenn sie denn entsprechend gefüllt wird.

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