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Bachpatenschafts-Projekt des Nabu

Auf den Spuren des Getterbachs

Münster-Mecklenbeck

Kleine Bäche gibt es überall in Münster. Da sie viel anfälliger für Störungen als große Flüsse sind, werden sie regelmäßig untersucht. Nun führte die Untersuchung den Nabu nach Mecklenbeck zum Getterbach. Und dort stellten sich noch ganz andere Fragen als jene nach der Wasserqualität.

Von und

Knöcheltief in der geheimnisumwitterten Getterbach-Quelle (v.l.): Bachpate Marc A. Endres mit Yorkshire-Terrier Herbert, Schülerpraktikant Leon-Calvin Nuran und Dr. Thomas Hövelmann von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland Foto: Nabu

Alles ist im grünen Bereich: Kritisch prüft Leon-Calvin Nuran die Färbung seines Probegläschens und vergleicht sie mit den Farbtafeln. „Fünf bis zehn Nitrat mg/l, also gering“, so das Ergebnis des angehenden umwelttechnischen Assistenten am Berufskolleg Rheine, der derzeit ein Schülerpraktikum bei der Nabu-Naturschutzstation Münsterland absolviert.

Mit Hilfe eines umfangreichen Analyse-Sets der Naturschutzstation werden nach und nach alle von Bachpaten in Münster betreuten Gewässer untersucht. Nicht nur Nitrat steht auf der Agenda, sondern auch Temperatur, Leitfähigkeit, Gesamthärte, Silikat, Eisen und weitere Parameter, heißt es in einer Pressemitteilung. Dr. Thomas Hövelmann, der die Bachpatenschafen in Münster betreut, begleitet die Untersuchungen und verbindet die Vor-Ort-Termine mit Treffen der jeweiligen Bachpaten sowie botanischen und zoologischen Bestandserfassungen im Gewässer.

Wo liegt die Quelle des Getterbachs?

Zu den untersuchten Gewässern gehört auch der Getterbach in Mecklenbeck. Hier treibt bereits seit Längerem den Bachpaten Marc A. Endres die Frage um, woher denn das Wasser stammt, das auch nach längeren Trockenphasen beständig aus dem Fuß der Autobahnböschung in den Getterbach sprudelt. Ist es möglicherweise die Quelle vom Getterbach? Laut seiner Recherchen war nach dem Zweiten Weltkrieg die ursprüngliche Quelle des Getterbachs rund 300 Meter weiter nördlich verortet. Alteingesessene Augenzeugen, die seinerzeit als Kinder am Getterbach spielten, berichten von einem kleinen gemauerten Brunnen, der in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnlinie existiert haben soll. „Durch den Bau der Hansalinie und den weiteren beständigen Ausbau der A1 könnte sich der Austritt des Quellwassers möglicherweise verschoben haben“, mutmaßt Endres. „Wasser sucht sich seinen Weg, wie die Seele.“

Aber auch andere Möglichkeiten kommen in Frage. Kommt das beständig sprudelnde Wasser von der Autobahn oder von der anderen Seite der Hansalinie? „Der Nabu hatte diesbezüglich nachgefragt, sogar schriftlich“, erklärt Dr. Thomas Hövelmann. Doch bislang habe eine ganze Reihe von Behörden die Nachfragen nicht zufriedenstellend beantworten können und sich jeweils die Zuständigkeit zugeschoben. Chemische Auffälligkeiten waren jedenfalls bei der entnommenen Wasserprobe an der geheimnisvollen Quelle am Getterbach nicht zu erkennen, die rötliche Farbe könnte auch aus natürlichen Eisen-Ausfällungen stammen.

Die Untersuchungen an den Gewässern dauern jeweils ein bis zwei Stunden, sodass es noch eine Weile dauern wird, bis alle 40 Bachpaten-Gewässer in Münster bearbeitet sind. Bislang sind in Gremmendorf der Lodden- und der Honebach untersucht worden, in Kinderhaus kamen Nienberger Bach und Kinderbach dazu und in Mecklenbeck der Getterbach an mehreren Stellen – bislang ohne auffällige Daten. Die Ergebnisse werden von Leon-Calvin Nuran zusammengestellt und ausgewertet und sollen anschließend den Bachpatenschaften zur Verfügung gestellt werden.

Eigenen Bach untersuchen lassen

1993 war die erste Bachpatenschaft in Münster aus der Taufe gehoben worden. Im Jahr 2013 hat die Nabu-Naturschutzstation Münsterland die Betreuung der Bachpaten von der Stadt Münster übernommen und unterstützt sie bei ihren Aufgaben.

Schulen, Gruppen und Vereine wie auch Einzelpersonen und Familien haben die Möglichkeit, „ihren“ Bach durch Untersuchungen und Naturbeobachtungen besser kennenzulernen. Sie können Vorschläge für eine ökologische Verbesserung ausarbeiten und nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen meist auch selber umsetzen. Durch Öffentlichkeitsarbeit werben sie für Verständnis und richtigen Umgang mit dem ihnen anvertrauten Stück lebendiger Natur.

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