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Serie: „Essbare Wildkräuter in Münsters Westen“

Behaartes Schaumkraut hat ein angenehm scharfes Aroma

Münster-Mecklenbeck

Um „Essbare Wildkräuter“ geht es in einer neuen Serie, für die die Mecklenbecker Natur- und Landschaftsführerin Britta Ladner verantwortlich zeichnet.

Das Behaarte Schaumkraut Foto: Britta Ladner

Neues Jahr, neues Thema – die monatliche Mecklenbecker Pflanzen-Serie, in der es im vergangenen Jahr um heimische Baumarten ging, befasst sich dieses Jahr mit essbaren „Unkräutern“, die in den Grünanlagen und Gärten Mecklenbecks und Umgebung wachsen. Expertin dafür ist die Mecklenbecker Natur- und Landschaftsführerin Britta Ladner, die in den nächsten Monaten über diese Wildkräuter berichten wird. Im Januar geht es dabei um das Behaarte Schaumkraut.

„Unkraut“ ist eine Frage der Definition – vieles, was wir heute mit Argwohn betrachten und mitunter entfernen, war früher ein geschätzter Bestandteil des Speiseplans oder wurde heilkundlich genutzt. Auch heute können frische Wildkräuter durch ihre vielfältigen Inhaltsstoffe unsere Ernährung sinnvoll ergänzen und für einen geschmacklichen „Kick“ sorgen. Wenn wir unsere „Unkräuter“ wieder schätzen lernen und ihnen Raum gewähren, tun wir zusätzlich der Natur etwas Gutes, denn viele Wildtiere sind auf unsere heimischen Pflanzen angewiesen.

Voraussetzung für die kulinarische Verwendung von „Unkräutern“ ist neben deren sicherem Erkennen ein bisschen Obacht beim Sammeln. Pestizid- und düngerbelastete Äcker, Straßenränder, die Nähe von Fuchsbauten und beliebte Hundestrecken sollte man meiden. Glück hat also, wer die Kräutlein im eigenen Garten findet. Auch dort sollte man jedoch nicht in direkter Nähe von Vogelfutterstellen oder Mauselöchern sammeln und die Pflanzen vor der Verwendung waschen.

Das Behaarte Schaumkraut kann man sogar im Winter auf offenen Bodenstellen und selbst in Blumentöpfen entdecken. Seine gefiederten Blätter wachsen in kleinen, flach über dem Boden ausgebreiteten Rosetten, wobei die einzelnen Blättchen charakteristisch rundlich sind. Die winzigen Blüten, die sich manchmal schon im Januar zeigen, besitzen vier weiße Kronblätter. Aus ihnen wachsen kleine aufrechte Schoten heran, die unter Druck stehen und die enthaltenen Samen bis zu einen Meter weit fortschleudern können. Trotz des Namens weist das einjährige Pflänzchen nur eine minimale Behaarung auf.

Das Behaarte Schaumkraut gehört wie die Kresse zur Familie der Kreuzblütler und hat aufgrund der enthaltenen Senfölglykoside ein angenehm scharfes Aroma. Die Blätter schmecken vor oder zu Beginn der Blüte am besten und regen als Beigabe in Salaten – oder aufs Brot gestreut – den Stoffwechsel und die Verdauung an. Die Blüten lassen sich als essbare Speisedekoration verwenden. Die noch grünen Schoten geben fein gehackt Dipps und Dressings eine pfeffrige Würze. Die Samen eignen sich als Keimsaat für die Fensterbank.

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