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Neuer Baumkalender erschienen

Diesmal geht es allein um Buchen

Münster-Mecklenbeck

Zum mittlerweile 18. Mal in jährlicher Folge hat der Mecklenbecker Dendrologe Wolfgang Schürmann seinen beliebten Baumkalender herausgegeben. Er fotografierte dafür sehenswerte Buchen.

Hat seinen neuen Fotokalender ausschließlich den Buchen gewidmet: der Mecklenbecker Baumkundler und Amateurfotograf Wolfgang Schürmann. Foto: sch

Buchen zählen zu den wirtschaftlich bedeutendsten Laubgehölzen Mitteleuropas. Anno 2022 trägt die heimische Rotbuche sogar den Titel „Baum des Jahres“. Da verwundert es nicht, dass sich der versierte Dendrologe (Baumkundler) und passionierte Amateurfotograf Wolfgang Schürmann mit der Baum-Art Buche beschäftigt hat: Er hat ihr seinen soeben erschienenen Baumkalender für das Jahr 2023 gewidmet.

Zum mittlerweile 18. Mal in jährlicher Folge gibt der Mecklenbecker den beliebten Kalender mit Fotos sehenswerter Bäume heraus. Hiesige Naturfreunde blicken der Veröffentlichung Jahr für Jahr mit Interesse entgegen. War es bislang bis auf eine Ausnahme stets eine bunte Mischung von Fotos diverser Baumsorten, die auf den zwölf Monatsblättern zu finden waren, so ist der neue Kalender ausnahmslos dem „Baum des Jahres“ gewidmet: „Zu Buchen reisen 2023“ lautet der Titel. Geschossen wurden die Fotos in den vergangenen zehn Jahren.

Zufallsfund im Staatspark Karlsaue

Schon das Deckblatt des Kalenders im bewährten A3-Format kommt eindrucksvoll daher. Es zeigt eine Aufnahme, die in diesem Jahr im Kassel entstand. Am Rande der Documenta-Kunstausstellung besuchte Schürmann den dortigen Staatspark Karlsaue und entdeckte dabei einen imposanten „Zufallsfund“ – eine betagte stattliche Buche, an deren Fuß er sich kurzerhand selbst fotografierte.

Drillingsrotbuche im Urwald Sababurg

Bei den Fotomotiven der zwölf Monatsblätter handelt es sich um Aufnahmen, von denen sieben in bundesdeutschen Gefilden entstanden. Zwei weitere stammen aus Italien, je eines aus England, Irland und den Niederlanden.

Die Motivauswahl sei vielfältig: „Es sind etliche Exemplare dabei, die krumm gewachsen sind.“ Buchen seien mitunter halt besondere Bäume. So auch die majestätische Drillingsrotbuche, des Januar-Kalenderblatts, die der Dendrologe, der das Register für Bäume und Sträucher der Online-Datenbank „baumkunde.de“ pflegt, im hessischen Urwald Sababurg ablichtete. Etwa 200 bis 250 Jahre soll sie alt und zu Lebzeiten der Gebrüder Grimm gepflanzt worden sein, die dort ihre „Märchenquelle“ hatten.

Buchenwald inmitten von Lava-Asche

Nicht minder eindrucksvoll präsentiert sich der Februar: Am Ätna auf Sizilien fotografierte Schürmann ei­nen jahreszeitlich entlaubten dichten Buchenwald inmitten von Lava-Asche. Die sei gut für den Wuchs, da sie Feuchtigkeit zurückhalte, weiß der Fachmann.

Dass es in Italien auch ganz anders geht, beweist die April-Aufnahme, die auf 2200 Metern Höhe in Kalabrien am Monte Pollino entstand. Auf der Suche nach Nadelbäumen entdeckte der Mecklenbecker inmitten einer Schneelandschaft Buchen, die bereits frisch austrieben. „So etwas hatte ich noch nie gesehen. Grüne Blätter im Schnee – das werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, schwärmt er.

Friedhofsbuche verschlingt Grabstein

Zu den auf die jeweiligen Monate abgestimmten Motiven zählt auch eines, das der 70-Jährige mit seiner Kamera in Irland, im County Limerick, einfing: Auf dem Friedhof in Adare gibt es eine alte Buche, die einen Grabstein regelrecht „verschlingt“. Beide sind miteinander verwachsen – sehenswert im Monat Juli.

Kaum weniger beeindruckend sind die übrigen Motive, zu denen knorrige, von Rindern angeknabberte Weidbuchen unterhalb des Belchen im Schwarzwald, Buchenwälder am englischen Lake District, der von starken Winden geprägte Gespensterwald bei Nienhagen an der Ostsee, eine mehrstämmige Solitärbuche in der Dünenlandschaft des niederländischen Den Haag oder auch eine ansehnliche Buchenallee bei Havixbeck zählen.

Mit dem jahreszeitlich reizvollen Porträt einer allein stehenden Buche in der Rhön, die Schürmann im Gegenlicht inmitten winterlicher Schneeverwehungen fotografierte, wird der Kalenderbetrachter im Dezember schließlich ins Jahr 2024 entlassen.

Wolfgang Schürmanns Kalender „Zu Buchen reisen“ ist in einer Auflage von 100 Exemplaren erschienen. Er ist ab sofort für 17,50 Euro in der Mecklenbecker Buchhandlung Lesezeit (Dingbängerweg 33) sowie im Roxeler Schreibwarenhandel Kintrup (Pantaleonstraße 13) erhältlich.

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