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Holocaust-Experte zu Gast an der Friedensschule

Erinnerungskultur muss erhalten bleiben

Münster-Mecklenbeck

Wiesław Wysok, stellvertretender Direktor des Staatlichen Museums Majdanek, berichtete Schülern der Friedensschule von den einstigen Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor und Belzec.

Wiesław Wysok war zu Gast in der Friedensschule. Foto: Friedensschule

Corona hat Spuren in der Erinnerungskultur hinterlassen. Für zwei Jahrgänge der Friedensschule konnte die etablierte Buchenwaldfahrt nicht durchgeführt und noch keine Gedenkstätte in Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus besucht werden. Deshalb hatte die Geschichtsfachgruppe mit Unterstützung unter anderem durch den Verein „Gemeinsam erinnern für eine Europäische Zukunft“ einen Experten zum Thema an die Schule eingeladen.

Wiesław Wysok, stellvertretender Direktor und Leiter der pädagogischen Abteilung des Staatlichen Museums Majdanek, sprach in seinem Vortrag „Erinnern an die ,Aktion Reinhardt‘ vor 80 Jahren — Treblinka, Sobibor und Belzec“ über die Verfolgungs- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten an diesen weniger bekannten polnischen Gedenkorten, heißt es in einer Pressemitteilung der Friedensschule. Alle Orte waren Bestandteil der Vernichtungsaktion Reinhardt. Wurden in Belzec alleine etwa 500.000 Menschen ermordet, so waren es in Sobibor etwa 180.000 und in Treblinka 870.000. Die kleinen Orte wurden gewählt, weil sie abgelegen waren, aber eine gute Bahnanbindung hatten.

Nur zwei Personen überlebten

Damit die Schülerinnen und Schüler eine Vorstellung davon bekamen, was ein Vernichtungslager gewesen ist, führte ihnen Wysok laut der Mitteilung der Schule zum einen vor Augen, dass zum Beispiel in Belzec gerade einmal zwei Personen überlebt hätten. Zum anderen führte er aus, dass die Ankömmlinge im Schnitt nur einige Hundert Minuten überlebten, bevor sie in den Erstickungskammern starben.

Aufstand am 14. Oktober 1943 in Sobibor

Wysok berichtet davon, dass Menschen versucht hätten, sich zu wehren. So kam es am 14. Oktober 1943 in Sobibor zu einem Aufstand, bei dem zirka 300 Menschen aus dem Lager herausdrängten. Sehr viele kamen aber durch das verminte Gelände um das Lager sowie durch die „Judenjagd“ der SS ums Leben. Die Lager wurden noch während des Krieges von den Deutschen zerstört.

Fragen der Schüler wurde von dem Experten differenziert und kundig beantwortet. Er machte deutlich, dass die Erinnerung an diese Vorgänge auch wachgehalten werden müsse, um dem Unmenschlichen von Krieg und Vernichtung Menschlichkeit und Mitgefühl entgegenzusetzen.

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