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Serie: „Essbare Wildkräuter in Münsters Westen“

Knoblauchsrauke: Leckere Bärlauchalternative

Münster-Mecklenbeck

Essbare Wildkräuter in Münster? Ja, die gibt es – und davon nicht zu wenige. In einer Serie stellen wir einige davon vor. In diese Folge geht es um die „Vogelmiere“.

Die Knoblauchsrauke Foto: B.Ladner

Die monatliche Pflanzen-Serie, in der es im Vorjahr um heimische Baumarten ging, befasst sich in diesem Jahr mit essbaren Wildkräutern. Expertin dafür ist die Mecklenbecker Natur- und Landschaftsführerin Britta Ladner. Im Monat April geht es dabei um die Gewöhnliche Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata).

Leckerer Bärlauch ist den meisten Menschen wohlbekannt. Im Siedlungsbereich ist er jedoch kaum wild anzutreffen. Hier ist die Gewöhnliche Knoblauchsrauke, die im April an Wegrändern, unter Hecken und in naturnahen Gärten üppig sprießt, eine sehr leckere Alternative.

Feiner als Bärlauch

Die Knoblauchsrauke gehört zur Familie der Kreuzblütler. Ihre Grundblätter sind recht groß, nierenförmig und buchtig gekerbt, die Stängelblätter sind kleiner, spitz-herzförmig und stark aber stumpf gezähnt. Da die jungen Blätter am schmackhaftesten sind, bevor die Blüten erscheinen, ist es gut, die Pflanze schon frühzeitig an ihren Blättern zu erkennen. Dies macht uns die Knoblauchsrauke leicht: Wenn man die Blätter zwischen den Fingern reibt, verströmen sie ihren knoblauchartigen Duft.

Duft und Geschmack der Knoblauchsrauke sind feiner als beim Bärlauch und werden nicht wie bei letzterem durch Alliin hervorgerufen, sondern durch Senfölglykoside und ätherische Öle. Dies hat den Vorteil, dass nach dem Genuss von Knoblauchsrauke keine anhaltende „Knoblauchfahne“ zu befürchten ist. Da die Inhaltsstoffe beim Trocknen und unter Hitzeeinwirkung jedoch schnell zerfallen, sollte man Knoblauchsrauke immer frisch verwenden. Besonders geeignet sind die jungen Blätter als Brotbelag oder Sandwichfüllung, zum Verfeinern herzhafter Crêpes oder Pfannkuchen und als Salatzutat.

Behutsam ernten

Verwenden kann man die ein- bis zweijährige Pflanze jedoch in all ihren Entwicklungsstadien. Die kleinen, weißen, vierzähligen Blüten, die in endständigen Trauben zusammenstehen, sind eine herzhafte Speisedekoration. Die langen, dünnen, aufrechten Schoten schmecken scharf und eignen sich, solange sie noch grün und unreif sind und wenn man sie fein hackt, als pikantes Gewürz. Sind die Schoten reif und braun, können die in ihnen enthaltenen kleinen, schwarzen Samen als Pfefferersatz dienen. Frühzeitig geerntet ist sogar die Wurzel essbar und kann gerieben anstelle von Meerrettich verwendet werden.

Naturfreunde ernten behutsam und lassen immer ausreichend Knoblauchsrauke stehen, denn sie ist eine bevorzugte Nektar- und Raupenfutterpflanze des Aurorafalters. Darüber hinaus überwintert er als Puppe an den trockenen Stängeln der Pflanze und ist dort perfekt getarnt, da er Form und Farbe ihrer braunen Schoten imitiert. Die vertrockneten Pflanzenstängel sollten also über den Winter stehen bleiben.

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