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„Urban-Oase“ an der Heroldstraße

Mecklenbecker Kunstschaffender ruft zum Freiflächen-Gärtnern auf / Keine Genehmigung von der Stadt

Münster-Mecklenbeck

In großen Städten gibt es in jüngster Zeit verstärkt Zeitgenossen, die ihre Mitbürger zum sogenannten „Urban Gardening“ aufrufen. Dabei handelt es sich um zumeist wildes Gärtnern auf öffentlichen Flächen. Eifrige Mitstreiter greifen zu Harke, Schaufel oder Spaten, um kommunale Freiflächen nach eigenem Gusto mit allerlei Wild- und Nutzpflanzen zu bestücken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bezeichnet das sogar als „neuen Trend“. Dieser scheint jetzt nach Mecklenbeck überzuschwappen.

Thomas Schubert

Die „Urban-Oase“ an der Heroldstraße: Auf einer städtischen Freifläche ruft der Mecklenbecker Kunstschaffende Marc Palancher im Namen Westfälischer Friedensgärtner zum bürgerschaftlichen Gärtnern auf. Foto: sch

Schon seit einigen Tagen wundern sich Bürger des münsterischen Stadtteils darüber, wie es auf der Freifläche aussieht, die sich am Abzweig der Heroldstraße südlich der Bahntrasse befindet. Dort wurden drei massive Baumstammstücke zusammen mit drei ausrangierten Autoreifen und einem Buchsbaumpflanzkübel zu einem Ensemble dekoriert, das an ein Hindernis für Springreiter erinnert.

In unmittelbarer Nähe thront eine Tafel, die Aufschluss über das merkwürdige Arrangement gewährt: „Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, gemeinsam zu gärtnern, zu ernten, Ideen einzubringen, zu quatschen und zu entspannen“, heißt es dort. Von einer münsterischen „Urban-Oase“ westfälischer Friedensgärtner ist die Rede. Diese fordern dazu auf, die Freifläche temporär zu nutzen und damit die Lebensqualität zu verbessern. Das optimiere zugleich die „Sozialität“. Weiße Pflanzeimer mit Erde und einem Löffel drin stehen unter der Tafel bereits parat.

Ein kleiner Internet-Verweis gibt schließlich Aufschluss darüber, wer für den Aufruf zum bürgerschaftlichen Gärtnern an der He­roldstraße verantwortlich ist: Der in der Nachbarschaft beheimatete Künstler Marc Palancher, der sich – wie auf seiner Homepage zu lesen – unter anderem für Bodenpflege und Bodenbewusstseinsförderung auf kreativer und künstlerischer Basis engagiert.

Beim vom Palancher in Beschlag genommenen Terrain handele es sich um eine städtische Brachfläche, die ein Überschwemmungsareal für den Getterbach darstelle, sagt Jürgen Kemper vom Amt für Immobilienmanagement. Dass vom Mecklenbecker Künstler dort schon jetzt zum Gärtnern aufgerufen werde, sei reichlich verfrüht: Der Stadt liege zwar ein entsprechender Antrag vor, doch dieser müsse erst noch geprüft werden. Eine Genehmigung gebe es noch nicht. Das „Urban Gardening“, so der Chef der Fachstelle Flächenmanagement, sei nicht ganz unproblematisch. Schließlich müssten Haftungsfragen geklärt werden.

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