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Stadtwerke setzen auf die tiefe Wärmequelle

Riesiges Interesse bei Infoabend über Geothermie 

Münster-Mecklenbeck

Das Münsterland ist Pilot- und Modellregion für die Nutzung von Tiefengeothermie. Im Mecklenbecker Bürgerzentrum ließen sich zahlreiche Interessierte von Fachleuten darüber informieren. Auch die Stadtwerke sind mit im Boot.

Das Interesse war groß: Rund 120 Interessierte ließen sich bei der Info- und Diskussionsveranstaltung im Mecklenbecker Bürgerzentrum von Experten über Tiefengeothermie im Münsterland unterrichten. Foto: CDU

Wer das hohe Ziel der Klimaneutralität erreichen wolle, der müsse in alle Richtungen blicken. „Nach oben zu Sonne und Wind, aber auch nach unten, tief in die Erde.“

Mit diesen Worten zitierten der Vorsitzende der Mecklenbecker CDU, Andreas Malleprée, und der stellvertretende Vorsitzende des Mecklenbecker Bürgervereins, Frank Bürgel, bei einer gemeinsamen Informations- und Diskussionsveranstaltung die Fraunhofer Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG.

Der Leiter der Fraunhofer IEG, der international gefragte Experte für Geothermie, Professor Dr. Rolf Bracke, war laut einer Mitteilung der CDU-Ortsunion eigens aus Bochum angereist, um zusammen mit Markus Bieder, Leiter des Bereichs Erneuerbare Wärme der Stadtwerke Münster, den 120 Interessierten im vollbesetzten Bürgerzentrum Hof Hesselmann, zu erläutern, ob sich in Münster in Zukunft die Tiefengeothermie als unabhängig vom Wetter verfügbare Wärmequelle nutzen lässt.

Damit ließen sich gleichzeitig mehrere Tausend ans aktuell 235 Kilometer lange Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossene Haushalte mit klimafreundlicher Energie versorgen.

Gute geologische Aussichten

Laut Professor Bracke wurde das Münsterland von der Landesregierung zur Pilot- und Modellregion in NRW erkoren, da gute geologische Aussichten für eine Nutzung der Tiefengeothermie bestünden. Dabei wird bis zu 180 Grad warmem Thermalwasser aus bis zu 5000 Metern Tiefe die Wärme entzogen und ins Fernwärmenetz der Stadt eingespeist.

Das abgekühlte Wasser wird von der Erde wieder aufgewärmt. Professor Bracke zeigte den Anwesenden anhand von Grafiken, dass die im vergangenen Herbst durchgeführten 2D-Seismik-Untersuchungen im Auftrag des Landes gleich drei vielversprechende wasserführende Gesteinsschichten identifiziert hätten.

Ambitionierter Meilensteinplan der Stadtwerke

Markus Bieder skizzierte anschließend den ambitionierten Meilensteinplan der Stadtwerke Münster, die sich bereits frühzeitig das Recht zur Nutzung der Tiefengeothermie in Münster bergrechtlich gesichert hätten.

„Wenn alles gut läuft, könnte eventuell schon im Jahre 2030 ein erstes Geothermie-Heizwerk seinen Betrieb aufnehmen“, so Bieder. Damit könne der Geothermie ne­ben der Solarthermie und anderen Arten erneuerbarer Wärme eine wichtige Rolle für die Wärmeversorgung in Münster zukommen.

Probebohrung an geeigneter Stelle

Auf die Frage aus dem interessierten Publikum, warum die Nutzung denn nicht schneller möglich sein, erläuterten Bracke und Bieder, dass es unbedingt weiterer intensiver Voruntersuchungen mittels detaillierterer 3D-Seismik bedürfe, bevor man an geeigneter Stelle eine Probebohrung vornehmen könne.

Auch Tobias Rudolph, Professor für Geomonitoring an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum, bekräftigte, dass sich Gewissenhaftigkeit bei der Erkundung und bei der Bohrung später in jeglicher Hinsicht auszahle.

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