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Serie „Heimische Bäume in Mecklenbeck“

Rot-Buchen wachsen am liebsten in guter Gesellschaft

Münster-Mecklenbeck

 Die Mecklenbecker Natur- und Landschaftsführerin Britta Ladner ist sich sicher: Rot-Buchen sind "Familienmenschen". Für sie ist die Rot-Buche der Baum des Monats September.

Im Mecklenbecker Wäldchen Am Dill Foto: Britta Ladner

„Insektenfreundliche Pflanzen in Natur und Garten“ – unter dieser Überschrift stellte die Mecklenbecker Natur- und Landschaftsführerin Britta Ladner im vergangenen Jahr allmonatlich ökologisch wertvolle Gewächse vor, die in Münsters Westen zu finden sind. Anno 2021 nimmt sie in einer Nachfolgeserie Bäume ins Visier, die in Mecklenbeck und Umgebung zu finden sind. Baum des Monats September ist die Rot-Buche (Fagus sylvatica).

„Rot-Buchen sind „Familienmenschen“ und wachsen am liebsten in guter Gesellschaft im Wald – so auch im kleinen Wald am Dill in Mecklenbeck. Dort ist die Beschattung ihrer empfindlichen glatten Rinde sichergestellt, und auch das ausgeglichene Waldklima, das sie unter ihren dichten Kronen selbst erzeugen, kommt ihnen zugute. Wo sie sich wohlfühlt, ist die Rot-Buche durch ihre Schattentoleranz sehr konkurrenzstark und wäre ohne Eingriffe des Menschen die vorherrschende Baumart in Mitteleuropa.

Erkennbar ist die Rot-Buche an ihren glatten, ganzrandigen Blättern, den langen, spitzen Knospen und natürlich an ihren Bucheckern. Diesen Herbst jedoch wird man die eckigen kleinen Nüsschen, die geschält und geröstet essbar und sehr lecker sind, kaum finden. Nur die leeren, vorjährigen Fruchtbecher liegen noch am Boden. In den vergangenen Jahren folgten fruchtreiche Mastjahre ungewöhnlich dicht aufeinander – eine ungeheure Anstrengung für die klimagestressten Buchen, die versuchen, das Überleben ihrer Art angesichts sich verschlechternder Lebensbedingungen durch häufiges Fruchten sicherzustellen. In diesem feuchten, mäßig warmen Jahr gönnen sie sich eine Erholungspause.

,Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen‘, heißt es bei Gewitter. Doch das ist ein schlechter Rat! Buchen werden ebenso vom Blitz getroffen wie Eichen. Da der Regen auf ihren glatten Stämmen jedoch einen gleichmäßigen Film bildet, wird der Blitz darüber abgeleitet, ohne den Baum erkennbar zu schädigen. Auf zerfurchter Eichenborke kann sich solch ein natürlicher Blitzableiter nicht bilden. Der Blitzeinschlag bleibt als Blitzrinne am Stamm sichtbar und mahnt hier ganz offensichtlich dazu, bei Gewitter das Weite zu suchen“, weiß Naturexpertin Britta Ladner.

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