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Serie: „Essbare Wildkräuter in Münsters Westen“

Rotklee bringt Glück in die Salatschüssel

Münster-Mecklenbeck

Essbare Wildkräuter in Münster? Ja, die gibt es – und davon nicht zu wenige. In einer Serie stellen wir einige davon vor. In diese Folge geht es um den Rotklee, auch Wiesen-Klee genannt.

Der Rotklee wird auch Wiesenklee genannt. Foto: B. Ladner

Die monatliche Pflanzen-Serie, in der es im Vorjahr um heimische Baumarten ging, befasst sich in diesem Jahr mit essbaren Wildkräutern. Expertin dafür ist die Mecklenbecker Natur- und Landschaftsführerin Britta Ladner. Im Monat Juni geht es dabei um den Rotklee, auch Wiesenklee genannt (Trifolium pratense).

Trifolium, das „Dreiblatt“, ist jedem bekannt. Rotblühender Klee in der Wiese oder sein kleinerer weißblütiger Verwandter im Rasen gehören zum Sommer und laden zur Suche nach einem seltenen vierzähligen Glücksblatt ein. Eigentlich jedoch ist es die Zahl drei, die in vielen Kulturen als magische Zahl gilt, welche zum Beispiel die Einheit von Geburt, Leben und Tod sowie von Körper, Seele und Geist darstellt und als Glückssymbol verwendet wird. In Irland soll der Heilige Patrick ein dreiblättriges Kleeblatt benutzt haben, um die christliche Dreifaltigkeit zu erklären. So soll das dreiblättrige Kleeblatt zu einem Wahrzeichen der grünen Insel geworden sein.

Da die Blätter des Rotklees, die ein hübsches weißes „V“ in der Mitte tragen, ebenso wie die des Weißklees essbar sind, kann man sich mit ihnen eine gesunde Portion Glück in die Salatschüssel holen. Besonders ansprechend sieht es aus, wenn man die Blätter nicht untermischt, sondern oben auf den fertig angerichteten Salat streut. Am besten schmecken sie vor der Blüte, denn dann erinnert ihr Geschmack ein wenig an junge Erbsen. Ältere Blätter schmecken recht herb.

Aus den Blütenköpfchen gewinnt man eine schöne Dekoration für sommerliche Obstsalate, indem man die einzelnen kleinen Schmetterlingsblüten aus den Köpfchen zupft und locker über den Obstsalat streut. Auch Tee lässt sich gut aus den Blüten zubereiten. Durch die in ihnen enthaltenen Isoflavone, die östrogenartig wirken, können Wechseljahresbeschwerden gemildert werden. Aufgrund des feineren Geschmacks sollte man darauf achten, junge Blütenköpfchen zu ernten. Sammelt man außerdem früh am Tag, enthalten die Blütchen oft noch ihren leckeren süßen Nektar, der später mitunter von Hummeln ausgesaugt ist.

Möchte man den Hummeln und ihrer Insektenverwandtschaft die Nahrung nicht streitig machen, kann man Rotklee im eigenen Garten aussäen und auf diese Weise sich selbst und der Insektenwelt etwas Gutes tun. Er macht sich gut in Wildblumenwiesen oder -beeten und eignet sich darüber hinaus als Gründüngungspflanze im Nutzgarten, da er in Symbiose mit Knöllchenbakterien lebt. Diese binden den Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Arbeitet man sie später in den Boden ein, erzielt man eine natürliche Düngung.

Schön ist es auch, den Weißklee im Garten blühen zu lassen, indem man den Rasen nicht allzu häufig mäht. Hatte man noch bis vor wenigen Jahren Sorge, beim Barfußlaufen von den zahlreichen Hummeln auf den Kleeblüten gestochen zu werden, ist man heute erfreut und erleichtert, wenn sich zumindest noch ein paar von ihnen auf den Blütenköpfchen tummeln.

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