Inge Hilgemann zeigt ihre Werke beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“

Sie malt auch mit dem Bügeleisen

MÜNSTER-MECKLENBECK

In der Kunst ist sie offen für Neues. Dazu gehört auch das Malen mit warmem Wachs.

Jan Schneider

Inge Hilgemann schuf zahlreiche Bilder in verschiedenen Maltechniken. Einige davon werden neben ihren Plastiken bei „Kunst in Mecklenbeck“ zu sehen sein. Foto: jans

Wenn Inge Hilgemann in letzter Zeit zum Bügeleisen griff, führte das oft zu – Kunst. Bei der Ausstellung „Kunst in Mecklenbeck“, an der sie bald teilnimmt, wird sie vermutlich erklären müssen, wie das geht. Den Lesern unserer Zeitung verrät sie es schon jetzt,

Ihre „Bügel-Bilder“ entstehen nämlich in der so genannten Enkaustik-Technik. Die hat ihre Wurzeln in der Kunst der Antike, wurde nun aber neu entdeckt. Dabei wird farbiges Wachs auf einem Spezialgerät, das in der Tat wie ein Bügeleisen aussieht, erhitzt und auf speziell beschichtetes Papier aufgetragen. Unter Inge Hilgemanns Händen entstehen so Bilder von fragiler Farbigkeit, die manchmal die Natur erahnen lassen, aber den Blick ins Abstrakte lenken.

„Ich bin da noch in der Übungsphase“, sagt die Hobby-Künstlerin, die die Enkaustik-Malerei beim Besuch einer Kunstausstellung in den Niederlanden entdeckte. „Das ist einfach spannend“, betont sie. Und Hilgemann erklärt auch gleich warum: „Man kann das Bild immer verändern“. Ein neuer Griff zum „Bügeleisen“ und eine neue Wachsschicht lasse immer wieder andere Kunstwerke auf der Basis ihrer Vorgänger entstehen. Fertig würden diese Bilder eigentlich nie, findet Inge Hilgemann.

Gelernte Kauffrau

Seit 28 Jahren widmet sie sich der Kunst. Schon in der Schule hatte sie zwar gerne gemalt, aber dafür fehlte der gelernten Kauffrau und dreifachen Mutter später ganz einfach die Zeit. Als die Kinder aus dem Haus waren, hatte Inge Hilgemann dann aber genug schöpferische Muße. Eine niederländische Freundin und Kunstmalerin half ihr dabei, einen ersten Zugang zur Welt der Kunst zu finden.

Inge Hilgemann besuchte Kurse und Sommerakademien, erlernte verschiedene Maltechniken und ließ sich vielfältig inspirieren. Es entstanden Aquarelle, Acryl- und Ölbilder, von denen viele jetzt das Heim der Hilgemanns schmücken. In ihnen finden sich bei genauem Hinsehen Elemente aus der Natur, oft aus der Pflanzenwelt wieder. Ausgehend von ihnen führt die Malerin den Blick des Betrachters fort in vielfarbige Abstraktionen.

Formverständnis

Dieses Formverständnis findet sich auch in den Plastiken Hilgemanns, denn Bildhauerin ist die Künstlerin inzwischen auch. In ihrer Werkstatt – einem umfunktionierten Gartenpavillon – entstehen Arbeiten aus Speckstein oder Alabaster. Auch an Metallplastiken wagte sich die Künstlerin schon heran.

„Ich muss immer mal was Neues ausprobieren“, betont Inge Hilgemann. Wenn sie in der richtigen Stimmung ist, tritt sie spontan an die Staffelei oder greift zu Meißel und Steinfeile. Favorit unter ihren Kunst-Techniken ist derzeit die erwähnte Enkaustik-Malerei.

Im Schrank

Allerdings wäre es dazu fast nicht gekommen. Hilgemann hatte nämlich das in den Niederlanden erworbene Enkaustik-Zubehör zunächst in einen Schrank gelegt, und erst Jahre später wieder entdeckt, erzählt die Künstlerin schmunzelnd. Inzwischen kann sie Enkaustik-Nachschub auch in Deutschland kaufen.

Für die Ausstellung „Kunst in Mecklenbeck“ wird Inge Hilgemann vier oder fünf ihrer größeren Bilder und einige ihrer Plastiken auswählen. Zudem zeigt sie dann im Hof Hesselmann ihre liebevoll in der Enkaustik-Technik gestalteten Karten. Eine Verkaufsausstellung sei „KiM“ zwar nicht, so die Künstlerin weiter. Aber falls jemand die ausgestellten Arbeiten gefallen, lassen sich dort sicher entsprechende Kontakte knüpfen.

Festival

Zum Thema

Das öffentliche Festival „Kunst in Mecklenbeck“ findet am Wochenende vom 13. bis 15. September im örtlichen Bürgerzentrum Hof Hesselmann (Am Hof Hesselmann 10) statt.

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