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„Urban-Oase“ muss verschwinden

Stadt fordert Künstler Marc Palancher zur Räumung der Brachfläche an der Heroldstraße auf

Münster-Mecklenbeck

Die „Urban-Oase“ am Abzweig der Heroldstraße südlich der Bahntrasse muss wieder geräumt werden. Der Mecklenbecker Künstler Marc Palancher hatte dort – wie berichtet – alle Bürger zum freien Gärtnern auf einer städtischen Brachfläche aufgerufen. Doch damit ist die Stadt Münster alles andere als einverstanden. Das Amt für Immobilienmanagement fordert den Kunstschaffenden auf, das Areal bis zum Wochenende zu räumen.

Thomas Schubert

Nach nur wenigen Wochen muss die „Urban-Oase“ an der Heroldstraße wieder abgebaut werden. Der Mecklenbecker Künstler Marc Palancher (kl. Foto), der sich mit seinen Aktionen für Bodenbewusstseinsförderung engagiert, hatte dort Bürger zum freien Gärtnern aufgerufen. Foto: sch

Palancher, der sich unter anderem für Bodenpflege und Bodenbewusstsein auf kreativer und künstlerischer Basis engagiert, hat auf der Freifläche ein Hinweisschild aufgestellt, mit dem Interessierte im Namen westfälischer Friedensgärtner dazu ermuntert werden, dort „gemeinsam zu gärtnern, zu ernten, zu lernen, Ideen einzubringen, zu quatschen und zu entspannen“. Auf diese Weise soll eine „Urban-Oase“ geschaffen werden.

In einem Schreiben fordert die Stadt den Künstler nun auf, das Schild „kurzfristig, spätestens bis zum 21. April 2013 wieder zu entfernen und die Nutzung städtischer Flächen zukünftig zu unterlassen“.

Da Marc Palancher mit seinem Aufruf zum „Urban Gardening“ offenbar auf offene Ohren stieß, wurden auf der brach liegenden Fläche bereits drei Baumstammstücke zusammen mit drei Autoreifen und einem Buchsbaumpflanzkübel zu einem Oasen-Ensemble dekoriert. Auch dieses ist dem Amt für Immobilienmanagement ein Dorn im Auge: „Sollte etwas davon Ihnen gehören, bitte ich Sie, auch diese Sachen bis zum 21. April 2013 von dem städtischen Grundstück abzuräumen. Danach muss ich die Gegenstände auf Kosten des Verursachers entfernen lassen“, schreibt Jürgen Kemper, Fachstellenleiter im Amt für Immobilienmanagement, dem Mecklenbecker Künstler.

Bereits im Vorfeld seiner „wilden“ Aktion hatte Palancher sich wiederholt bei der Stadt darum bemüht, brachliegende Freiflächen für eine Zwischennutzung zur Verfügung gestellt zu bekommen. In einem Schreiben hatte er die Idee skizziert und darauf hingewiesen, dass eine Gruppe „boden-affiner“ Menschen den Verein „M. Erde“ gründen werde: „Das Leitziel des Vereines ist die Bodenbewusstseinsförderung der Menschen über praxisorientierte Projektarbeit unterschiedlichster Art.“

In einer weiteren Mitteilung hatte Palancher darauf hingewiesen, dass „Bürger, die sich für den Umweltschutz engagieren“ sich um die Freifläche an der He­roldstraße kümmern wollten: „Wir geben uns zur Aufgabe, den Ort von Müll und anderen Verschmutzungen sauber zu halten, ihn mit Bepflanzungen zu beleben und zu gestalten.“ Doch letztendlich stieß der Kunstschaffende damit – insbesondere aus Haftungsgründen – bei der Stadt auf strikte Ablehnung. Die „Urban-Oase“ muss abgebaut werden.

„Wir werden das Schild entfernen. Wir wissen nicht, wer die übrigen Sachen gebracht hat. Wir wollen einen friedfertigen Dialog mit der Stadt führen und keine Anlässe zu gerichtlichen Ausein­andersetzungen geben“, schreibt Palancher den WN. Gleichwohl hofft er darauf, Vertreter von Stadt, Politik, Bürgerschaft, Umweltvereinigungen und Universität an einen Tisch zu bringen, „um darüber zu diskutieren, wie derartige Projekte – sprich urbane Gärten, essbare Stadt, Waldgärten – auch in Münster realisiert werden können“. Die Stadt müsse sich öffnen.

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