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Serie: „Essbare Wildkräuter in Münsters Westen“

Vogelmiere: Perfekter Partner für bittere Salatsorten

Münster-Mecklenbeck

Essbare Wildkräuter in Münster? Ja, die gibt es – und davon nicht zu wenige. In einer Serie stellen wir einige davon vor. In diese Folge geht es um die „Vogelmiere“.

Die Vogelmiere Foto: Britta Ladner

Die monatliche Pflanzen-Serie, in der es im Vorjahr um heimische Baumarten ging, befasst sich in diesem Jahr mit essbaren Wildkräutern. Expertin dafür ist die Mecklenbecker Natur- und Landschaftsführerin Britta Ladner. Im Monat März geht es dabei um die Vogel-Sternmiere (Stellaria media).

Die Vogel-Sternmiere, auch kurz „Vogelmiere“ genannt, ist eine kleine aber feine Schönheit. Die fünf Kronblätter ihrer nur etwa einen halben Zentimeter großen Blüten sind fast bist zum Grund gespalten und strahlen wie kleine weiße Sterne vor dem hellgrünen Laub. Nur bei trockenem Wetter öffnen sich die Blütensternchen. Aber auch bei Regenwetter ist die zu Unrecht als „Unkraut“ missachtete Pflanze gut erkennbar: Ihre Blätter sind eiförmig-zugespitzt und stehen sich stets zu zweit gegenüber.

Die niederliegenden Stängel sind rund und auf einer Längslinie behaart, was die Vogelmiere unverwechselbar macht. Reißt man den Stängel vorsichtig auseinander, schauen die Leitbündel wie ein feiner Faden aus den Enden heraus. Möglicherweise gab dies der Pflanze den ebenfalls gebräuchlichen Namen „Hühnerdarm“.

Die einjährige Vogel-Sternmiere liebt stickstoffreiche Böden und ist auch in Gärten und an Wegrändern weit verbreitet. Mit ihrem flächigen Wuchs schützt sie das Erdreich vor Austrocknung und Witterungseinflüssen. Sie ist daher ein perfekter, natürlicher Bodendecker, der sich in Sonne und Halbschatten erfolgreich fortpflanzt. Bei milder Witterung grünt und blüht sie nahezu das ganze Jahr hindurch und ist als saftig-vitaminreicher Snack bei Wild- und Ziervögeln beliebt ist.

Ihr hoher Gehalt an Vitamin C, Eisen und Kalium macht die Vogelmiere auch für Menschen zu einer wertvollen Köstlichkeit. Kleingeschnitten eignen sich ihre Blätter, Stängel und Blüten für Sandwiches, Salate, Pestos und Kräuterquark. Ihr milder Geschmack macht sie zum perfekten Partner für bittere Salatsorten und herbe Kräuter, deren Intensität sie ausgleicht. Püriert man Vogelmiere mit jungen Blättern von Giersch oder Gundermann, Orangensaft und Buttermilch, erhält man ein gesundes und erfrischendes Frühjahrsgetränk.

Früher wurde die Vogelmiere für die Behandlung von Wunden, Hautkrankheiten und Husten genutzt. Ein Tee aus ihrem frischen oder getrockneten Kraut regt den Stoffwechsel an und hilft, Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben.

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