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CDU setzt sich für Mahn- und Erinnerungsstätte in Mecklenbeck ein

Zwangsarbeiterlager nicht vergessen

Münster-Mecklenbeck

Die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-West möchte, dass vor Ort dauerhaft daran erinnert wird, dass es während des Zweiten Weltkriegs ein großes Zwangsarbeiterlager in Mecklenbeck gab.

Von Thomas Schubert

Peter Wolfgarten, hier in der Nachbarschaft des ehemaligen Zwangslagerareals, befasste sich mit dessen Geschichte und trug vielerlei Informationen zusammen. Er möchte, dass an das Lager und die Opfer von Zwangsarbeit, Krieg und Gewalt dauerhaft erinnert wird. Foto: sch

Der Waldstreifen am Rande der Weseler Straße, in dem sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein Zwangsarbeiterlager befand, ist noch weitgehend von der Bebauung freigeblieben. Von der einstigen Baracke ist nichts mehr vorhanden. Allerdings darf nach Ansicht der CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-West nicht in Vergessenheit geraten, dass dort von 1940 bis 1945 bis zu 800 Zwangsarbeiter einquartiert waren. Deshalb soll dort ein Mahn- und Erinnerungsort eingerichtet werden.

Wie genau besagter Ort aussehen könnte, darüber solle sich die Stadtverwaltung Gedanken machen, heißt es in einem Antrag der Christdemokraten, der die Überschrift „Gegen das Vergessen – Erinnerungskultur stärken“ trägt und nicht zuletzt auf mannigfaltige Nachforschungen Peter Wolfgartens basiert. „Das Thema hat mich interessiert“, sagt der christdemokratische Bezirksvertreter. Er trug jede Menge Material über Kriegsgefangene und Fremdarbeiter in Mecklenbeck sowie zur einstigen dortigen Flakstellung zusammen. Er sprach mit Zeitzeugen, stöberte in Archiven sichtete Fotos und Dokumente und verfasste darauf aufbauend umfangreiche private Schriften.

Lager unter der Verwaltung der „Deutschen Arbeitsfront“

Laut Wolfgarten waren im Mecklenbecker Zwangsarbeiterlager unter der Verwaltung der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) Männer aus Russland, Polen, Frankreich, Holland, Belgien, Italien und Jugoslawien untergebracht. Sie mussten in der Landwirtschaft, privaten Firmen, der Industrie oder beim Aufräumen nach Bombenangriffen Zwangsarbeit verrichten. Im Lager, dem größten innerhalb Münsters, seien sie isoliert gewesen, Außenstehende hätten sie nicht ansprechen dürfen, weiß Wolfgarten. Nach dem Krieg seien dort für einige Zeit auch weiterhin Ausländer, befreite Kriegsgefangene sowie Ausgebombte untergebracht gewesen.

Im Antrag der CDU heißt es, dass unter Einbeziehung aller Generationen der Bürgerschaft dauerhaft an das Lager und die Opfer von Zwangsarbeit, Krieg und Gewalt erinnert werden müsse. „In welcher Form an die Geschichte erinnert werden soll, ist bewusst offengelassen“, heißt es weiter.

Digitale Informationen per Mobiltelefon oder Tablet abrufen

Peter Wolfgarten könnte sich vorstellen, dass im Umfeld des einstigen Lagerareals, das sich nahe der städtischen Obdachlosenunterkünfte am Schwarzen Kamp befindet, eine zentrale Info-Stele platziert wird. Vielleicht auch mit der Möglichkeit, dort digitale Informationen per Mobiltelefon oder Tablet abzurufen. Es sei wünschenswert, dass Jung und Alt, insbesondere die junge Generation, „in Zukunft an Ort und Stelle Anknüpfungspunkte und Zugang für die Beschäftigung mit der Geschichte finden“ könne. Berücksichtig werden müsse dabei, „dass in unmittelbarer Nachbarschaft gerade ein lebendiges neues Wohnquartier entstanden ist, für dessen Bewohner keine Belastung entstehen soll“.

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