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100 Jahre Bläservereinigung Albachten

Mitreißende Zeitreise durch ein Jahrhundert Musik

Münster-Albachten

100 Jahre Musik an zwei wunderbaren Orchesterabenden – dafür sorgte jetzt die Bläservereinigung Albachten. Zu ihrem eigenen 100-jährigen Bestehen. Rundum gelungen, da famos aufgespielt.

Von Annegret Lingemann

Volles Haus und Klasse Stimmung: Das Konzert zum 100-jährigen Bestehen der Bläservereinigung Albachten im Haus der Begegnung faszinierte von der ersten bis zur letzten Minute.

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass Albachten der „musikalische Stadtteil“ Münsters ist – an diesem Wochenende hätten auch die letzten Zweifler überzeugt werden können. In Albachten steckt Musik und das schon – wie in Vereinsunterlagen dokumentiert – seit über 100 Jahren.

Die Bläservereinigung Albachten (BVA) wurde 1921 gegründet und feierte jetzt ihr 100-jähriges Bestehen mit einem großen Konzert, das coronabedingt erst in diesem Jahr stattfinden konnte. Gealtert oder gar behäbig geworden ist die Jubilarin aber ganz und gar nicht.

So klingt ein Italo-Western-Klassiker

Unter der famosen Leitung von Christian Voß lud das Orchester zu einer musikalischen Zeitreise durch ein Jahrhundert ein, launig moderiert von Martin Thiedig. Aus unergründlichen Quellen war ein Film aufgetaucht, der in bester Kintopp-Manier die Gründungsphase der BVA zeigte, natürlich als Stummfilm in Schwarz-Weiß und mit jeder Menge Augenzwinkern.

Ein Medley mit Titeln der Comedian Harmonists stand für das erste Jahrzehnt, es folgte ein Melodienreigen aus den 1930er Jahren von Duke Ellington und Louis Armstrong (1950er Jahre), die den deutschen Sehnsuchtsschlager „Caprifischer“ aus der Nachkriegszeit einrahmten. Manfred Rösmann bekam als Cowboy aus dem Italo-Western „Für eine Handvoll Dollar“ (1964) Applaus für sein Trompetensolo.

Auch nach der Pause riss der frische Sound das voll besetzte Haus mit – ein Konzert, das mit seiner Professionalität vermutlich auch noch größere Häuser im Land hätte füllen können.

Die 1980er Jahre waren mit „It‘s raining men“ (1982 von den Weather Girls) vertreten, mit NDW-Hits wie „Skandal im Sperrbezirk“, „Sternenhimmel“ und natürlich „Rock me Amadeus“ von Falco.

Von „My Heart will go on“ bis „Music“

Ein Melodien-Potpourri ließ das Kreuzfahrtschiff „Titanic“ nochmals untergehen und danach heizten aktuelle Hits von Chartgrößen wie Robbie Williams und Helene Fischer sowohl Musicalsongs von und Andrew L. Webber noch einmal ordentlich ein.

Natürlich durfte zum guten Schluss als Zugabe John Miles Kulthymne „Music“ nicht fehlen. Auch eine tolle Reminiszenz an den vor rund einem Jahr verstorbenen Ausnahmemusiker.

Es war schon eine logistische Meisterleistung als nach der Pause neben den rund 50 Bläsern mit zehn verschiedenen Blasinstrumenten auch noch das Streicherensemble der Musikschule, der „Chor and more“ sowie ein Schlagzeug, zwei E-Bässe, ein Vibrafone und die Percussion – also rund 100 Musiker – auf der Bühne Platz fanden.

Ausgewogenes Verhältnis

Dass den Konzertbesuchern bei dieser geballten Musikladung nicht gewissermaßen die Ohren wegflogen, zeigt die gelungene Symbiose zwischen ausgewogenem Verhältnis von Raum und Schall in diesem Konzertsaal sowie der kompetente Einsatz der Mikrofone (Tontechnik: Kai Engels). Lichttechnisch in bewährter Weise Szene gesetzt wurde der Abend von Lucas Rösmann.

Ein bejubeltes Konzert, das dazu angetan war, glanzvoll in das Stammbuch der jetzt 101-jährigen Geschichte der BVA einzugehen.

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