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Verein Lärmschutz Nienberge bleibt am Ball

Pflanzenmantel für die Metallwand

Münster-Nienberge

Es geht in die Schlussphase der Arbeiten am Lärmschutzwall Nienberge.

Hubertus Kost

Für die „grüne Lärmschutzwand“ werden am Lärmschutzwall zunächst Betonpfeiler errichtet. Über den Stand der Arbeiten informierte sich Gerd Szymanski (l.), Vorsitzender des Vereins Lärmschutz Nienberge, bei Peter Fester von der Firma Geosystem. Foto: Hubertus Kost

Die Arbeiten am Lärmschutzwall in Nienberge sind auf dem Weg in die Schlussphase. In diesen Tagen wird an der Baustelle rechts der Altenberger Straße (Richtung Münster) eine Lärmschutzwand gebaut, die in den Erdwall „hineinläuft“, so formuliert es Moritz Kardinal, Bauleiter der Firma Stückenschneider.

Das Unternehmen ist seit etwa vier Jahren in Sachen Lärmschutz in Nienberge aktiv und hat den größten Teil des Walls an der Autobahn aufgeschüttet. Die Firma Geosystem aus Berlin errichtet jetzt im südlichen Bereich die Wand aus einem speziellen Metallgeflecht, das anschließend begrünt wird: fünf Meter hoch, 20 Zentimeter breit, 54 Meter lang – das sind die Maße.

Nach der Fertigstellung werden „etliche Kubikmeter“ des dort verschobenen und zum Teil aufgetürmten Erdbodens wieder verteilt. „Dann ist der größte Teil der Arbeit abgeschlossen“, sagt Gerd Szymanski. Er ist seit zehn Jahren Vorsitzender des Vereins Lärmschutz Nienberge.

Das Engagement der Gemeinschaft, zu der rund 100 Mitglieder gehören, sieht er aber keineswegs als beendet an. Der Wall muss bepflanzt, aufgeforstet und gepflegt werden, das gehört zu den Aufgaben des Vereins, „und darum kümmern wir uns noch lange,“ betont Szymanski. 20 Jahre bestimmt, „vielleicht auch mehr.“

Rückblick: 1969 gründete sich der Verein mit der Verpflichtung, für Maßnahmen zur Reduzierung des Straßenlärms zu sorgen, der von der Autobahn (A1) und der Bundesstraße 54 ausgeht. Dazu gehört die wesentliche Erhöhung des Lärmschutzwalls, der ab Beginn der 1970er-Jahre gebaut wurde. Die erste „Baustufe“ war ein drei Meter hoher Wall. Es folgten weitere Bauabschnitte (insgesamt sechs), die letzte Aufstockung begann vor vier Jahren.

Seit Beginn der Arbeiten ist der Wall bis auf 20 Meter im nördlichen Teil gewachsen, im südlichen Bereich auf 14 Meter. Geschätzt sind 130 000 Kubikmeter Erde aufgeschüttet worden.

Eine Möglichkeit, weiteren Lärmschutz zu erreichen, war die Forderung des Vereins und einer Bürgerinitiative, die sich ebenfalls für Lärmschutz in Nienberge einsetzt, sogenannten Flüsterasphalt auf das Teilstück der Autobahn aufzubringen, das den Stadtteil tangiert. Auch die lokale Politik setzte sich dafür ein. Letzte Hoffnung, um Lärmschutz durch diesen Straßenbelag durchzusetzen, war eine private Anwohner-Klage, die – wie berichtet – allerdings in diesem Jahr vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig scheiterte.

Mit Politik und Verwaltung in Kontakt bleiben will der Lärmschutz-Verein auf jeden Fall. Gerd Szymanski erinnert daran, dass es besonders vor der Kommunalwahl Gespräche mit Politikern gab, die am Thema Lärmschutz „dranbleiben“ wollen.

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