1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Nienberge
  6. >
  7. Schnelles Netz lässt auf sich warten

  8. >

Gesprächsrunde zum Breitband-Ausbau im Außenbereich von Häger

Schnelles Netz lässt auf sich warten

Münster-Nienberge

In Teilen von Nienberge-Häger stockt der Glasfaser-Ausbau. Anwohner der Außenbereiche kommen wohl erst im Jahr 2024 ans schnelle Internet.

Von Thomas Schubert

Um das Programm „Bundesförderung Breitband“ ging es beim Gespräch, das in Häger Anwohner der Hanseller Straße mit Vertretern der Stadtwerke und der Stadt Münster führen. Auch Projektleiter Gerald Eicker (3.v.l.) stand dabei Rede und Antwort. Foto: sch

Der Gordische Knoten sei beim Treffen auf Hof Henrichmann leider nicht durchtrennt worden, bedauert Wilhelm Hüntrup. Er ist Vorsitzender der Nienberger Landwirte und Anwohner der Hanseller Straße in Häger. Auf Einladung der örtlichen CDU hatten sich Hüntrup und etliche seiner Nachbarn mit Fachleuten zu einem Informationsgespräch zum Thema „Glasfaser-Ausbau und schnelles Internet“ getroffen. Denn das lässt zum Kummer der Hägeraner in ihrer Nachbarschaft weiterhin auf sich warten, kann entgegen dringender Wünsche nicht forciert werden.

Große Hoffnung hatten die Hägeraner, die laut Hüntrup im unterversorgten ländlichen Außenbereich wohnen – dort, wo mitunter etliche hundert Meter zwischen den einzelnen Höfen liegen – aufs Bundesförderprogramm Breitband gesetzt. Dieses wird in Münster seit September 2020 von den Stadtwerken in Kooperation mit der Stadt Münster verwirklicht und soll „weiße Flecken“ auf der Stadtkarte beseitigen. Mehr als 2000 Adressen mit Bandbreiten von unter 30 Mbits/s sollen ans schnelle Netz gebracht werden. Doch genau das tut in Teilen von Häger, insbesondere an der Hanseller Straße, nach wie vor Not.

Fürchterlich langsames Internet

Wer in seiner Nachbarschaft das Internet nutze, der ärgere sich immer wieder, dass dieses „fürchterlich langsam“ sei. Mitunter breche sogar alles zusammen, was beim Homeoffice, Streamen und vielerlei Anwendungen arge Probleme beschere. Auch ums mobile Telefonieren sei es schlecht bestellt, erläutert Hüntrup. Nachbarn pflichten ihm bei.

Beim Informationsgespräch, bei dem Projektleiter Gerald Eicker von den Stadtwerken und der Breitbandkoordinator der Stadt Münster, Christian Tebel, Rede und Antwort standen, zeichnete sich keine schnelle Lösung für die Anwohnerschaft der Hanseller Straße ab: Die Stadtwerke, die bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für die Umsetzung des allein für die münsterischen Außengebiete mit rund 33 Millionen Euro dotierten Förderprogramms erhielten, sehen sich nicht in der Lage, die „weißen Flecke“ im Hägertal kurzfristig zu beseitigen.

War dafür ursprünglich das Jahr 2023 angepeilt, so kann das Projekt nach aktuellem Stand nun erst im Laufe des Jahres 2024 abgeschlossen werden. Dass das die Betroffenen wurmt, ist verständlich: „Der ländliche Raum wird leider immer wieder an den Rand geschoben“, hieß es.

Schleppender Ausbau hat vielfältige Gründe

Die Gründe für den schleppenden Ausbau sind laut Christian Tebel vielfältig und nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass das Förderprogramm bereits aus dem Jahr 2016 stammt. Wiederholt habe es in den Folgejahren Programmänderungen gegeben. Deshalb mussten unter anderem Neuplanungen vorgenommen, erneute Prüfungen durchgeführt, von Bund und Land zeitaufwendige Genehmigungen eingeholt und unter anderem auch neue Materialien berücksichtigt sowie die Ressourcen für die anstehenden Tiefbauarbeiten angepasst werden. Schließlich sollen die „weißen Flecken“ mit einem zukunftsfähigen leistungsstarken Breitbandnetz geschlossen werden.

Mit Blick auf den von Seiten der Hägeraner beklagten schlechten Mobilfunkempfang sagte Tebel den Teilnehmern des rund zweistündigen Gespräches zu, sich zeitnah mit der Telekom in Verbindung zu setzen und um Prüfung der Versorgungslage zu bitten.

Startseite