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Offene Werkstatt im Nienberger Orgelbaubetrieb Fleiter

Seit 1872 werden Instrumente gebaut

Münster-Nienberge

Wer sich dafür interessiert, wie Orgeln gebaut werden, und was es mit Registern auf sich hat, der kam im Rahmen des „Westfälischen Orgeltags“ in Nienberge auf seine Kosten.

Von Hubertus Kost

Offene Tür in der Firma Orgelbau Fleiter: Handwerksmeister Stefan Linke berichtete seinen Gästen viel Interessantes aus der Geschichte des im Jahr 1872 gegründeten Nienberger Familienbetriebs. Foto: hko

Zum „Westfälischen Orgeltag“ wurden bei Orgelkonzerten in vielen münsterischen Kirchen förmlich „alle Register gezogen“. Wie solche Register und komplette Orgeln gebaut werden, darüber informierte die Firma Orgelbau Fleiter in Nienberge, die anlässlich des besonderen Tags zur „Offenen Werkstatt“ eingeladen hatte. Orgelbaumeister Stefan Linke, der gemeinsam mit Stefan Hilse die Tradition des 1872 gegründeten Familienbetriebs seit 2007 fortsetzt, war gleichermaßen überrascht und erfreut: Das Angebot, sich praxisnah über die Entstehung einer Orgel zu informieren, fand beachtliche Resonanz.

Bei der Führung durch die Werkstatt zog Handwerksmeister Linke „alle Register“, denn er informierte seine Gäste sehr anschaulich über die Arbeit des Orgelbauers, die handwerkliches Geschick, Erfahrung und Einfühlungsvermögen erfordert.

Besucher kamen nicht nur aus Münster, sondern auch aus dem Münsterland. Zum Beispiel Familie Constantin aus Rheine. Stephanie Constantin spielt Klavier, möchte auch das Orgelspiel lernen und macht gerade einen Schnupperkursus. „Eine Orgel fasziniert mich,“ sagte die Hobby-Musikerin, die von ihrem Mann Hans Joachim und ihrer Tochter Lia Sophie zum Werkstattbesuch in Nienberge begleitet wurde. Die beiden spielen zwar kein Instrument, waren aber beeindruckt von der Orgel-Schau.

Fleiter-Orgeln ertönen überwiegend im Münsterland

Etwa 1200 Orgeln hat die Firma seit 1872 gebaut, umgebaut oder restauriert. Hauptkunden sind katholische Kirchengemeinden. Die Aufgaben der Orgelbauer umfassen auch die regelmäßige Wartung – das Säubern und das Stimmen – der Instrumente, die seit Jahrhunderten in Kirchen, Klöstern und Konzerthäusern zur musikalischen Ausstattung gehören. Fleiter-Orgeln ertönen überwiegend im Münsterland, die Instrumente aus der Nienberger Werkstatt werden aber auch in einigen anderen Regionen gespielt.

Übrigens: Im Orgelbau werden die Pfeifenreihen einer Orgel als Register bezeichnet. Wenn alle Register gezogen und damit alle Pfeifen aktiviert sind, dann kommt der volle Klangkörper zum Einsatz – das Ziel ist erreicht. Das gilt auch für die Redewendung, denn „alle Register ziehen“ bedeutet, dass man sich mit aller Kraft einsetzt, um ein Ziel zu erreichen – zum Beispiel mit der „Offenen Werkstatt“ die Bekanntheit eines alten Handwerks zu erhöhen.

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