Premiere des plattdeutschen Theaterstückes „Dumtüüg to tweet“

Verwechselung sorgt für viele Pointen

Münster-Nienberge

Start in die plattdeutsche Theatersaison der Laienspielschar des Männerchors Cäcilia: Bei der Premiere von „Dumtüüg to tweet“ kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten.

Siegmund Natschke

Ein folgenschwerer Irrtum: Auch die Lernschwester, gespielt von Marit Klein, kann die beiden Schulzes nicht voneinander unterscheiden. Rechts liegt Oskar Schulz, auf dem Namensschild steht jedoch „Ottmar“ Schulz. Der liegt aber im linken Bett. Foto: sn

Da waren einige überrascht: Reinhard Menke, der Leiter der Laienspielschar des Männerchores „Cäcilia“, saß hinter der Bühne mit dickem Kopfverband und Nasengips. Außerdem sah man eine blau angelaufene Platzwunde auf seiner Stirn. Da hatte Maskenbildnerin Simone Riemann wirklich ganze Arbeit geleistet. Durch ihre Hilfe war Menke nämlich äußerlich schon ganz in seine Bühnenrolle geschlüpft. Die Premiere des neuen plattdeutschen Stückes „Dumtüüg to tweet“ konnte losgehen.

Das Ganze heißt soviel wie „Dummes Zeug zu zweit“ und deutet schon darauf hin, dass das Stück eine Komödie ist, die viele Pointen garantiert. Bei der Erstaufführung in Nienberge füllte sich der Saal vom „Wirtshaus zur Post“ schnell.

„Ich bin jedes Jahr hier“, sagte ein älterer Herr, „sogar dieselbe Sitznummer habe ich immer.“ Nämlich die „Nummer 1“. Ein Nienberger meinte: „Hauptsache, es gibt etwas zu lachen!“ Darauf können sich die Zuschauer bei der Laienspielschar stets verlassen. So auch dieses Mal.

Wegen seines temporär ungewöhnlichen Aussehens und um nichts zu verraten, blieb Reinhard Menke die Minuten vor Beginn des Stückes im Backstage-Bereich. „Das ist etwas ungewohnt“, meinte er angesichts von Kopfverband und Gips. „Normalerweise laufe ich natürlich nicht so herum.“

Viele ehemalige Darsteller der Truppe schauten derweil vorbei und wünschten den aktuellen Schauspielern alles erdenklich Gute für die Premiere. Viele sind seit Jahren dabei. Trotzdem gehört etwas Lampenfieber einfach mit dazu. Ihre erste Erwachsenen-Rolle spielte die 17-jährige Marit Klein. Sie war auch die einzige, die Hochdeutsch sprechen durfte.

Menke spielte die Rolle des Ottmar Schulz, ein reicher Fabrikant, der aufgrund eines Schwächeanfalls im Park stürzt. Ludger Aussendorf wiederum wird als rüstiger Rentner Oskar Schulz vom Auto angefahren. Beide kommen bis zur Unkenntlichkeit bandagiert auf dasselbe Krankenzimmer. Nichteinmal die Schwestern können die beiden unterscheiden, eine turbulente Verwechslungskomödie beginnt.

Nachdem der rote Vorhang gelüftet worden war, hatte der Männerchor „Cäcilia“ seinen großen Auftritt. Nach der Melodie des Hans-Albers-Klassikers „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ sangen sie nach einem neuen Text von Rudi Tegeler: „Ja, im Krankenhaus ist stets was los, stets was los“. Und sie forderten die Besucher auf, sich das einmal anzuschauen: „Ihr sollt euch für zwei Stunden an unserm Theater gut erfreuen.“

Drei Akte folgten, wobei das Duo Menke/Aussendorf herrlich miteinander harmonierte und für etliche laute Lacher sorgte. Alle Rollen schienen einfach ideal besetzt zu sein. Das Gute: Das Publikum verstand jede Pointe, trotz der niederdeutschen Sprache. „Platt is ne schöne Sprakken“, meinte Alfons Neuhaus als Polizist Heinz Hahn. Und jeder einzelne Zuschauer konnte das an diesem Abend bestätigen.

Noch an vier Wochenenden zeigt die gemischte Laienspielschar dieses Stück von Erika Elisa Karg im „Wirtshaus zur Post“. Die Aufführungstermine sind unter www.theater-nienberge.de einzusehen. Es sind noch Karten erhältlich, und zwar beim Wollladen Brigitte Keller, Altenberger Straße 6, 0 25 33 / 93 49 54 (ab 9 Uhr), und bei Dieter Leusing, 0 25 33 / 25 43 (ab 18 Uhr).

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