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Flüchtlingshilfe Roxel

„Experten-Tische“ im Schulzentrum

Münster-Roxel

Ende des Jahres gebaut und im Februar 2107 fertiggestellt werden soll das geplante neue Flüchtlingsheim an der Havixbecker Straße in Roxel. Um über schon vorab über das Projekt zu informieren, hatte die Roxeler Flüchtlingshilfe zu einem Infoabend eingeladen.

Annegret Lingemann

Angeregte Gespräche in der Aula des Schulzentrums zur geplanten Flüchtlingsunterkunft an der Havixbecker Straße: Eingeladen dazu hatte die „Flüchtlingshilfe Roxel“ um ihre Vorsitzende Britta Drude (2.v.r.). Foto: ann

In Roxel ist ein drittes Flüchtlingsheim geplant. Dazu gab es eine „etwas andere Informationsveranstaltung“, zu der Britta Drude vom Verein „Flüchtlingshilfe Roxel“ etliche Teilnehmer begrüßte. Keine Reden, keine Podiumsdiskussion, vielmehr verteilten sich die interessierten Roxeler an mehreren runden „Experten-Tischen“ in der Aula des Schulzentrums, um sich von Fachleuten Fragen beantworten zu lassen, die sie auf dem Herzen hatten.

Über die „Hardware“ der geplanten Einrichtung an der Havixbecker Straße – also Lage, Größe und bauliche Gegebenheiten des Hauses, das im Februar 2017 fertig werden soll – war bereits informiert worden. Aber warum müsse das Haus überhaupt gebaut werden, da doch die beiden bestehenden Einrichtungen nicht ausgelastet seien?

Heinz Lembeck vom städtischen Sozialamt erklärte, dass die derzeitig leicht rückläufigen Zahlen bei den Flüchtlingszuweisungen lediglich eine „Atempause“ seien. Die müsse man gut nutzen, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Denn vom Bestand der derzeitigen Unterbringungskapazitäten stünden dauerhaft nur 14 Prozent zur Verfügung. Etliche Gebäude stünden mittelfristig zum Verkauf oder gar Abriss.

„Wir suchen dauerhafte Lösungen“, betonte der Fachmann vom Sozialamt. Je provisorischer eine Unterbringung sei, umso erfolgloser blieben die Integrationsbemühungen. Die kommunale Verpflichtung, Flüchtlinge aufzunehmen, bleibe bestehen, versicherten auch Ratsherr Philip Hagemann und Elke Kraut-Kleinschmidt von der Bezirksvertretung Münster-West.

Wie bewältigen die Kitas und die Schulen den Ansturm der Flüchtlingskinder? Kerstin Ahlers, Leiterin der Roxeler Mariengrundschule, ist entspannt: „Wir haben bislang 18 Kinder aus den beiden Unterkünften an unserer Schule, bei insgesamt 395 Schülern. Wir haben mehr Lehrerstunden für den Einzelunterricht ,Deutsch als zweite Sprache‘. Die Kinder lernen schnell, und ihre deutschen Mitschüler sind ihnen gegenüber freundlich und offen.“ Offen blieb die Frage eines besorgten Vaters, ob wohl ein Platz in der konfessionellen Grundschule von hier ansässigen Eltern eingeklagt werden könne, sollte es wirklich mal zu einer zu großen Nachfrage durch die Neubürger kommen.

Britta Drude als Vorsitzende der Roxeler Flüchtlingshilfe und ihre Kollegin Elke Meiners-Giebel waren mit der Veranstaltung zufrieden: „Dass es kein riesiger Ansturm werden würde, war uns klar. Aber in ruhiger, persönlicher Atmosphäre konnten manche Fragen geklärt werden.“

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