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Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine singen auf dem Pantaleonplatz

Lieder aus der Heimat angestimmt

Münster-Roxel

31 Menschen aus der Ukraine sind im Flüchtlingsheim an der Roxeler Straße untergekommen. Weitere wurden von Familien im Stadtteil aufgenommen. Einige von ihnen sangen bei der Veranstaltung „Neuanfang in Roxel“.

Von Hubertus Kost

Spontaner Auftakt: Lieder aus ihrer Heimat sangen Familien aus der Ukraine, die in Roxel Zuflucht gefunden haben, am Sonntagabend zu Beginn der Veranstaltung „Neuanfang in Roxel – Integrationsgeschichten aus drei Jahrhunderten“ auf dem Pantaleonplatz. Foto: hko

Emotionaler Auftakt zu einem aktuellen Thema in einer aktuellen Situation: Familien aus der Ukraine, die Zuflucht in Roxel gefunden haben, sangen am Sonntagabend auf dem Pantaleonsplatz Lieder aus ihrer Heimat und eröffneten damit die Veranstaltung „Neuanfang in Roxel – Inte­grationsgeschichten aus drei Jahrhunderten“.

Die Flüchtlingshilfe Roxel hatte dazu eingeladen und machte deutlich, dass Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft schon seit Jahrzehnten und sogar seit Jahrhunderten nach Roxel kamen – und auch noch kommen – und eine neue Heimat fanden. Aktuell sind es Menschen aus der Ukraine, die vor dem Krieg geflohen sind. 31 haben eine Unterkunft im Flüchtlingsheim an der Roxeler Straße. „Weitere wurden von Roxeler Familien aufgenommen“, sagt Jessica Kattan, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe. Genaue Zahlen darüber kenne die Initiative nicht, es gebe aber insgesamt viel Engagement.

Initiative von Ehrenamtlichen

Die Flüchtlingshilfe Roxel ist eine Initiative von Ehrenamtlichen, die sich gemeinsam mit den hauptamtlichen Kräften in den Flüchtlingsunterkünften dafür einsetzt, dass sich geflüchtete Menschen im Stadtteil willkommen fühlen und bei der Integration unterstützt werden.

„Wir bieten nicht nur Hilfe an, sondern fördern auch die Zusammenarbeit aller Beteiligten,“ betont Jessica Kattan. Das sei vor allem möglich, wenn man sich kennenlerne, zum Beispiel bei gemeinsamen Veranstaltungen. Dazu zählte der „Neuanfang in Roxel“ (die Veranstaltung war Teil der Aktionen in den „Wochen gegen Rassismus“), bei dem sich Migranten, Flüchtlinge und Roxeler Bürger trafen.

Besondere Integrationsgeschichte

Eine besondere Integrationsgeschichte, die bestimmt vielen Roxelern bekannt ist, stellte der Roxeler Dichter Hermann Mensing aus aktuellem Anlass vor: In „Mein Prinz“, eine historische Liebesgeschichte, einem seiner zahlreichen Bücher, ist ein Schwarzafrikaner die Hauptfigur. Er wird Organist der katholischen Gemeinde in Roxel und darf sogar die Tochter des Küsters heiraten. Ein Märchen? In der heutigen Zeit sicher nichts Besonderes mehr, allerdings handelt es sich um eine Geschichte, die um das Jahr 1700 datiert. Ein Märchen ist es übrigens nicht, denn Eintragungen im Kirchenbuch von Roxel belegen, dass die Geschichte wahr ist: Integration vor 300 Jahren.

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