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Modellprojekt gegen Diskriminierung

Mund auf – Angst raus!

Münster-Roxel

Welche Formen von Diskriminierung gibt es? Und wie wirken sie? Das haben Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule in einem Workshop erfahren. Dabei haben sie in Rollenspielen auch gelernt, wieso es wichtig ist, anderen Menschen gegenüber Respekt zu zeigen.

Matthias Utech, Anna Schweicher, Franziska Sommerfeld und Nathalie Foitzik (v.l.) von der DRK-Integrationsagentur Münster arbeiten mit der Sekundarschule Roxel im im Modellprojekt gegen Diskriminierung zusammen. Foto: Heckmann/DRK

20 Jugendliche der 7. bis 10. Klasse an der Sekundarschule Roxel wollten genau hinsehen und erfahren, wie verschiedene Diskriminierungsformen wirken. Sie alle sind Teil der neu zusammengesetzten Schülerinnen- und Schülervertretung (SV). In zwei Gruppen haben sie gemeinsam mit den Theaterpädagoginnen Anna Schweicher und Franziska Sommerfeld aufgedeckt, welche diskriminierenden Mechanismen und Strukturen es gibt.

„Wir haben viele Spiele und auch Theater gespielt und anschließend darüber diskutiert“, fasst eine Jugendliche den Tag zusammen. „Das hat echt Spaß gemacht, und wir haben gelernt, wie wir anderen noch mehr Respekt zeigen können.“

Viele Arten von Diskriminierung

Gefördert aus dem Innovationsfonds des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster kooperiert die Integrationsagentur des DRK Münster mit der Sekundarschule Roxel, um Workshops zur Diskriminierungssensibilisierung anzubieten. Schulsozialarbeiterin Nathalie Foitzik und Matthias Utech von der DRK-Integrationsagentur begleiten das Modellprojekt, heißt es in einer Presseinformation des DRK Münster.

Dass es mehr als nur eine Variante von Diskriminierung gibt, war den Teilnehmenden schnell klar: Neben Rassismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus sind auch die Diskriminierung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen, Sexismus und Altersdiskriminierung weit verbreitet.

Das eigene Verhalten erkennen

„Ihr eigenes Verhalten mithilfe von Rollenspielen zu erkennen und sich selbst zu spiegeln, war eine wesentliche Erfahrung für die Jugendlichen. Sie haben nicht nur theoretisch darüber gesprochen, sondern es durch das Spielen auch emotional gespürt“, so Anna Schweicher. „Gemeinsam mit den Jugendlichen haben wir Verhaltensmuster analysiert und dann Handlungsstrategien entwickelt, die sich in den Schulalltag und auch das außerschulische Leben übertragen lassen“, ergänzt ihre Kollegin Franziska Sommerfeld.

Warum dieser ungewöhnliche Zugang zum Thema so wertvoll ist, erklärt Schulpädagogin Nathalie Foitzik: „Einerseits konnten wir durch dieses Modellprojekt die Schülervertreterinnen und -vertreter in ihrer Rolle stärken, sie hatten eine Bühne, um sich zu begegnen und sind dadurch auch als Gruppe zusammengewachsen. Zum anderen hat es die Jugendlichen auch auf einer unbewussten, emotionalen Ebene gestärkt. Im Workshop haben sie dann daran gearbeitet, diese Sensibilisierung ins Bewusstsein zu holen und handlungsfähig zu werden.“

„Ich glaube, dass viele von uns jetzt eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben und sehen, wo überall Menschen diskriminiert werden“, berichtet eine Schülerin.

Gleichberechtigtes Miteinander fördern

„Ich habe gelernt, mit vielem einfach anders umzugehen und andere Vorstellungen zuzulassen, denn nicht alle Menschen ticken gleich, und diese Vielfalt ist auch schön!“, erklärt sie weiter.

„Die Etablierung einer wohlwollenden Atmosphäre ist daher Teil unseres Konzeptes. Wir bestärken das Erkennen von erlernten Mustern und Wörtern, die mit Diskriminierung zusammenhängen und wollen die kritische Auseinandersetzung mit diesen suchen.“

Die DRK-Integrationsagentur fördert ein gleichberechtigtes gesellschaftliches Miteinander und setzt sich für die Verbesserung der Teilhabechancen neuzugewanderter Menschen in Münster ein. „Um Vielfalt zu zeigen und Diskriminierung entgegenzuwirken, setzen wir unter anderem auf Projekte wie dieses“, so Matthias Utech vom DRK Münster.

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