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Roxeler Sportverein setzt auf Mitarbeiter vom Bundesfreiwilligendienst

Neuer „Bufdi“ für den BSV gesucht

Münster-Roxel

Gute Erfahrungen hat man beim BSV Roxel in den vergangenen Jahren mit Verstärkung durch junge Leute vom Bundesfreiwilligendienst gemacht. Und das soll auch in Zukunft so bleiben...

Von Annegret Lingemann

Zainab Iqbal gestaltete als „Bufdi“ den Mannschaftsraum der Handballer – ganz zur Freude von Susanne Ackmann (l.). Foto: ann

Der BSV braucht einen „Bufdi“, das hatte sich Susanne Ackmann schon vor Jahren gedacht. „Bufdi“ ist die saloppe Bezeichnung für einen Menschen, der ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst (BFD) arbeitet. Diese Einrichtung ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren. Die Einsatzmöglichkeiten sind breitgefächert und umfassen den sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich, den Sport sowie die Integration, Zivil- und Katastrophenschutz.

Die Roxelerin Susanne Ackmann hat früher an der Berufsschule gearbeitet, war Handballtrainerin, gehört zum Vorstand des BSV und organisiert dort Ferienprogramme sowie das AG-Angebot der Mariengrundschule, deren Kooperationspartner der BSV ist. Sie kümmert sich auch um die Einbindung der Reha-Abteilung in den Verein, kurz – sie ist ein Allrounder und ein Glücksfall für den BSV.

Großer Zeitaufwand

„Aus purem Egoismus“, wie sie lächelnd sagt, habe sie sich beim Landessportbund, dem Sponsor dieser Stelle, um einen „Bufdi“ bemüht. „Die Tätigkeit in einem großen Verein mit vielen Sparten bedeutet Arbeit und großen Zeitaufwand, das bewältigt man besser zu zweit“, begründet sie den Entschluss.

Die Stelle wurde bewilligt, und die „Bufdis“ kamen. Nacheinander waren es drei junge Männer, die sich bewährten und deren Erfahrungen sich anschließend in ihrer Studienwahl niederschlugen.

Mit der Tätigkeit wuchs die Begeisterung

2019 tauchte dann Zainab Iqbal auf. Die junge Frau mit pakistanischen Wurzeln hatte gerade am Schillergymnasium Abitur gemacht. Beim begonnenen Jurastudium merkte sie schnell, dass das nicht die richtige Wahl für sie war. Da erreichte sie das Angebot des BSV, der einen Nachfolge-„Bufdi“ suchte. Ihre Eltern waren zunächst skeptisch und der Weg von Kinderhaus, wo sie wohnt, nach Roxel war umständlich. Aber mit der Tätigkeit wuchs die Begeisterung.

„Die Arbeit ist hart, aber auch interessant und vielfältig“, sagt sie. „Man wächst mit den Aufgaben, blickt in die unterschiedlichsten Bereiche und kann kreativ sein. Ich habe ein Nikolausturnier für 120 Kinder organisiert, wurde zur Kinder-Yogalehrerin ausgebildet, habe im Büro gearbeitet und habe Handball mit kleinen Kindern trainiert. In der OGS habe ich bei der Hausaufgabenbetreuung mitgewirkt, da war manchmal mein Migrationshintergrund hilfreich. Das alles war sehr prägend und hat mich zu meinem neuen Studium geführt – Pädagogik.“

Künstlerische Wandgestaltung im Gruppenraum

Jeder „Bufdi“ – es gibt eine Aufwandsentschädigung von 300 Euro monatlich – muss ein Abschlussprojekt eigener Wahl machen. In der Vergangenheit war das schon mal ein Tages-Fußballturnier oder eine Planerstellung für die Fortbildung jugendlicher Trainer.

Coronabedingt entschied sich Zainab für ein Solo-Projekt, nämlich die künstlerische Wandgestaltung im Gruppenraum der Handballer, dem „Kleeblatt“. Liebevoll betitelte die 21-Jährige Susanne Ackmann übrigens als „Bufdiline“, was zugleich viel über ihr warmherziges Verhältnis aussagt.

Susanne Ackmann

Die Mutter von vier Kindern hofft auf eine wiederum gute Neubesetzung der Stelle zum 1. September. Sie ist überzeugt von dem Projekt, bei dem man fürs Leben lerne. „Es kommen Schüler, und es gehen Erwachsene“, sagt sie.

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