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Großes Turnier in Roxel

Reitvereine haben Nachholbedarf

Münster-Roxel

Endlich wieder Reitturniere: Den Teilnehmern der Veranstaltung, die am Wochenende in Roxel über die Bühne ging, war die Erleichterung anzumerken, dass sie sich nach eineinhalb Jahren wieder untereinander messen können.

Von Annegret Lingemann

Preisverleihung bei der Springpferdeprüfung Klasse M (v.l.): Emelie Pieper (Cokidoo), Laurenz Buhl (A Special Pleasure SB), Arundell Beerbaum (Joker de l enclos de l`ange), Christian Kukuk (Alf), Frederick Troschke (Clarissa 189) und Angelique Rüsen (Cerwyn Fondcombe) Foto: Annegret Lingemann

Großes Reit- und Springturnier in Roxel: Die Erleichterung über das Ende der Corona-Zwangspause war allen anzumerken. Wenn es derzeit unter den Reitern eine Rangliste der meist benutzten Sätze gäbe, dann bestünde sie aus diesen Worten: „Wir sind froh, dass wir uns nach eineinhalb Jahren endlich wieder treffen können und freuen uns, dass jetzt auch wieder Turniere stattfinden.“

Die Bestimmungen sind gelockert und die Veranstalter zunehmend entspannter, auch in den Turnier-Kalendern der Vereine ist der Nachholbedarf zu erkennen. Wer mag, kann sich nahezu an jedem Wochenende in der Region mit anderen Reitern in einem Wettbewerb messen.

Amateure am Zug

Am Donnerstag und Freitag waren in Roxel die Profis bei Prüfungen der Klassen M und S gefordert, am Wochenende kamen die Amateure zum Zuge. „Wir haben das bewusst so eingeteilt, um auch viele Amateursportler anzusprechen, denn die hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren keine Möglichkeit, sich zu messen“, erklärte Christian Gäher, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Roxel. Inoffiziell sei das Turnier auch die Einweihung der neuen Halle. „Bislang war ein Fest nicht möglich, aber wir werden das zu gegebener Zeit ordnungsgemäß mit einem Gottesdienst nachholen und dann mit den Roxelern feiern“, versprach er.

Erfahrener Wettkampfrichter

In der neuen Halle stand Wettkampfrichter Paul Gummelt und hatte die Warm-up-Phase und die Ausrüstung der Reiter im Blick. Die variiert nach der Klasse der Reiter. Je höher die ist, umso größer ist das Spektrum der zugelassenen Hilfsmittel (z.B. ein Doppelzügel), die Pferd und Reiter für ihre gemeinsame Leistung zugestanden werden. Der ehemals aktive Reiter ist seit über 30 Jahren ehrenamtlicher Richter, dabei kommt ihm seine Erfahrung als Polizeibeamter, der in der Ausbildung tätig war, sehr zugute. Bekannte, die ihn früher manchmal scherzhaft einen „Sklaven seines Hobbys“ genannt haben, beneiden ihn heute um seinen ausgefüllten Ruhestand. Er kennt die Abstammungslinien der meisten Pferde und die Reiterszene. „Dies ist ein hochklassiges Turnier. Ich wäre auch hier, wenn ich nicht Richter wäre“, sagte er. Mehrfach wurde er schon nach Oklahoma zu Hengstleistungsprüfungen eingeladen. Den Reitsport hält er für charakterbildend. Wer sich hier mit Willen, Fleiß und Disziplin durchboxe, werde auch im Leben nicht aufgeben. Für ein Pferd müsse man Verantwortung übernehmen. Das sei nicht einfach ein Sportgerät, und man dürfe einen Verein nicht als Dienstleister betrachten. „Die Pferde sind eben die besseren Menschen“, sagt er augenzwinkernd und ist sich darin einig mit dem Havixbecker Hubert Humpohl. Der ehemalige Reiter, der heute noch täglich sein Pony vor die Kutsche spannt, liebt das Turnier in Roxel.

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