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Roxeler Kreuzbundgruppe trifft sich im Botanischen Garten

Stärkender Austausch unter Palmen

Münster-Roxel

Dort, wo exotische Pflanzen Urlaubsstimmung aufkommen lassen, kommt die Roxeler Kreuzbundgruppe jetzt wieder regelmäßig von Angesicht zu Angesicht zusammen: Der Botanischen Garten der Universität ist in der wärmeren Jahreszeit ihr Gruppenraum.

Im Botanischen Garten ist es den Mitgliedern der Roxeler Kreuzbundgruppe jetzt wieder möglich, sich von Angesicht zu Angesicht zu treffen. Pandemiebedingt waren die Treffen lange Zeit nur virtuell möglich. Foto: Kreuzbund

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Kreuzbundgruppe in Roxel sich auch im vergangenen Winter nur virtuell treffen. Das half, um die Gruppe zusammenzuhalten, aber reale Treffen von Angesicht zu Angesicht haben, so die gemeinschaftliche Erfahrung, doch eine andere Qualität. Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit kann sich die Gruppe jetzt wieder im Freien treffen. Und zwar, wie schon seit einigen Jahren, im Botanischen Garten der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Dort wird nach Angaben von Gruppenleiter Dieter Babetzky die Einhaltung der derzeit gebotenen Hygienevorschriften immer noch beachtet. Und das ist dort besonders gut möglich: „Man sitzt im Freien mit dem nötigen Abstand, bei großer Teilnehmerzahl auch in mehreren Gesprächskreisen.“ Ein schönerer „Gruppenraum“ werde bundesweit nur schwer zu finden sein.

„Sorgen kann man nicht ertränken“

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Kontaktbeschränkungen bedeuteten gerade für suchtkranke Menschen eine schwierige, ja eine gefährliche Zeit: „Die Einsamkeit und die Unsicherheit lassen viele Menschen wieder zur Flasche greifen und Erleichterung beim ,Freund‘ Alkohol suchen, was ja in der Vergangenheit manchmal über Jahre funktioniert hat. Dann ist schnell vergessen, was der Alkohol schon angerichtet hat, und manche kommen wieder auf den Gedanken, die Sorgen doch einfach im Alkohol zu ertränken“, weiß der Gruppenleiter. Dabei sei vielen eigentlich klar: „Sorgen kann man nicht ertränken.“ Der Alkohol löse Familien, Ehen, Freundschaften, Arbeitsverhältnisse, Bankkonten, Leber- und Gehirnzellen auf. Er löse nur keine Probleme.

Verschwiegenheit gewährleistet

Die Roxeler Kreuzbundgruppe nutzt jetzt wieder den Botanischen Garten als Ort für ihre Zusammenkünfte. „Da die Treffen außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden, ist Verschwiegenheit gewährleistet. Gespräche mit Freunden unter Palmen – dafür nehmen andere lange Urlaubsfahrten in Kauf“, sagt Dieter Babetzky.

In den Selbsthilfegruppen des Kreuzbunds finden nach Angaben von Babetzky, der zugleich Leiter des Kreuzbund-Stadtverbands ist, Suchtkranke und deren Angehörige stets eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Suchtkrankheit. Die Gruppenteilnahme ist kostenlos und unverbindlich, eine Anmeldung jedoch wünschenswert.

Informationen zu den Gruppenangeboten des münsterischen Kreuzbunds sind auf der Internetseite www.kreuzbund-muenster.de sowie von Dieter Babetzky (0151/10717416) oder per E-Mail an info@kreuzbund-muenster.de erhältlich.

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