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Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ kämpft für Erhalt der Altenroxeler Heide

Vor 50 Jahren unter Schutz gestellt

Münster-Roxel

Roxels Landschaftsschützer haben anno 2021 Grund zur Freude: Seit der Gründung ihrer Initiative vor fast 20 Jahren ist die Altenroxeler Heide erhalten geblieben, und es wurde noch keiner der Roxeler Autobahnrasthöfe ausgebaut.

Auch mehrere Waldbereiche sind Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets Altenroxeler Heide, das seit mittlerweile 50 Jahren besteht und der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ am Herzen liegt. Foto:

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zum Ausbau des Autobahnrasthofs Münsterland-West beschäftigt sich die Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ aktuell mit Einwendungen. Denn zum Ausbauprojekt wurden – wie berichtet – durch die in Hamm ansässige Westfalen-Niederlassung der neugegründeten Autobahn GmbH des Bundes ergänzende Unterlagen vorgelegt. Darüber hinaus gibt es bei der Initiative allerdings auch Grund zur Freude: Anno 2021 besteht das Landschaftsschutzgebiet Altenroxeler Heide seit 50 Jahren.

Bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert hätten die Lokalpolitiker im Westen Münsters Weitsicht gehabt. Damals habe noch das Amt Roxel bestanden. Dort habe man sich die Frage „Ausbau der Hansalinie ja, aber gibt es auch einen Ausgleich für die Bevölkerung und für Roxel, was die Auswirkungen anbetrifft?“ gestellt, heißt es in einer Mitteilung der Bürgerinitiative.

Neues Bewusstsein für Umweltbelange

Zerschneidung der Landschaft, völlige Umgestaltung von Wegebeziehungen, Lärmbelastung über 24 Stunden – manche hätten schon damals an den enormen Zuwachs des Pkw- und Lkw Verkehrs gedacht. Während auf der einen Seite immer höhere Zuwachsraten des Straßenverkehrs prognostiziert wurden, habe spätestens Ende der 1970er-Jahre ein neues Bewusstsein für Umweltbelange in Deutschland eingesetzt. Dies nicht zuletzt unterstützt durch Herbert Gruhls Sachbuch „Ein Planet wird geplündert“.

1971 unter Schutz gestellt

Roxel, inzwischen eingemeindet in die Stadt Münster, habe sich freuen können. Die Umwelt im Nahraum sei gesichert gewesen. Im August 1971 habe die Bezirksregierung per Amtsblatt das Areal der Altenroxeler Heide unter Schutz gestellt. Dazu gehörten die für die Parklandschaft des Münsterlands charakteristischen Wallhecken, Waldbereiche, offene Acker- und Wiesenflächen sowie die Parkbereiche des Gutes Hohenfeld. Dazu zählten auch die Naturdenkmäler auf der Westseite der Autobahn 1. Täglich nähmen Spaziergänger die dortigen Eichen, zum Beispiel die imposanten Exemplare im Bereich der Alten Rentei, wahr.

Für den wachsenden Stadtteil Roxel sei damals im Nahraum ein attraktives Freizeit- und Erholungsgebiet für Jung und Alt entstanden. Dieses sei Bestandteil des städtischen Grüngürtels und als Landschaftsschutzgebiet stadtklimatisch von wesentlicher Bedeutung, heißt es in den Ausführungen der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ weiter. Doch zur Jahrhundertwende habe es einen Schock gegeben: Es sei geplant worden, an den Roxeler Autobahnrasthöfen Münsterland-Ost und -West „Mammut-Lkw-Parkplätze“ anzulegen und dadurch das beliebte Landschaftsschutzgebiet zu zerstören. Deshalb habe sich im Jahr 2002 die Bürgerinitiative gegründet, mit dem Ziel, das Schutzgebiet Altenroxeler Heide zu sichern und zu erhalten. Unterstützung habe es seitdem von allen Rathausparteien gegeben. Der entsprechende Beschluss sei unlängst sogar noch erneuert worden.

„Bürgerinitiative als Umweltvereinigung auf Landes- und Bundesebene geschätzt“

„50 Jahre Landschaftsschutzgebiet im Roxeler Süden, das bedeutet 50 Jahre Erhaltung der Elemente der Parklandschaft“, erläutert Dr. Meinolf Rohleder, Mitglied der Bürgerinitiative. Diese sei inzwischen durch das Umweltbundesamt anerkannt worden und werde als Umweltvereinigung auf Landes- und Bundesebene geschätzt. Ihre 20-jährige Erfahrung wolle die Initiative zugunsten einer „sinnvollen kulturlandschaftlichen Weiterentwicklung im Westen der Stadt“ und als Gewinn für ganz Münster einbringen.

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