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Weihbischof Dr. Stefan Zekorn auf Visitation

Weihbischof plädiert für ein Einwanderungsgesetz

MÜNSTER-ROXEL

Zuhören, nachfragen, sich ein Bild machen - das gehört dazu, wenn der Vertreter des Bischofs auf Besuch kommt.

wn

Weibischof Stefan Zekorn (r.) informierte sich bei seiner Visitation auch im Flüchtlingsheim an der Pienersallee. Foto: sn

Bei allen Bemühungen um Integration müsse der Mensch in seiner kulturellen Verwurzelung gesehen werden, meinte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bei seinem Besuch des Roxeler Flüchtlingsheims an der Pienersallee. Zekorn weiß, wovon er spricht. Nicht nur, dass er bisher fast alle der Flüchtlingsheime in Münster besucht habe, er stehe auch regelmäßig in Kontakt mit Betroffenen, die ihm zum Teil dramatische Fluchtgeschichten zu erzählen hätten.

Welch ein Kontrast, denn sehr friedlich und fast beschaulich war die Stimmung am Donnerstagnachmittag im Flüchtlingsheim. „Dem Weihbischof geht es darum, die Aktiven der Flüchtlingshilfe Roxel kennenzulernen“, erklärte Pfarrer Timo Weissenberg.

„Man muss mit den Flüchtlingen sprechen, damit man sich versteht“, sagte Hans Hegemann, Ehrenamtlicher der Flüchtlingshilfe. Inzwischen hat er oft eine Kamera dabei, lichtet Veranstaltungen ab mit Flüchtlingen ab und gibt den Betroffenen so ein Gesicht.

Auch Britta Drude, Vorsitzende der Roxeler Flüchtlingshilfe, erzählte. Sie hatte mit geflüchteten Frauen eine Jogging-Gruppe initiiert. Anfangs ein voller Erfolg, bis immer weniger mitmachten. Sie verstand das erst, nachdem eine Frau aus dem arabischen Raum ihr den Grund erklärte: Dort gingen die Frauen nur aus dem Haus, um ihre Kinder zum Kindergarten zu bringen oder um zu ihrem Mann zu fahren. Drude gab nicht auf. Sie geht derzeit mit muslimischen Frauen schwimmen

Zekorn nickte, hörte zu. Integration, das sei nicht „konfrontativ“ möglich, betonte er. Der Weihbischof berichte dann über das „Kirchenasyl“: Die Maßnahme sei im wesentlichen nur sinnvoll sei, wenn es eine konkrete Bleibeperspektive gebe und ein Gerichtsverfahren zur Asylentscheidung unmittelbar bevorstünde. Er plädierte zudem dafür, ein eigenes Einwanderungsgesetz zu schaffen: Asylverfahren allein reichten da nicht aus.

Abends sprach der Weihbischof dann im Rahmen der Visitation noch mit Jugendlichen im Pfarrzentrum Mecklenbeck

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