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Erster Gottesdienst im Philipp-Nicolai-Haus der evangelischen Gemeinde

„Werden uns gewöhnen müssen“

Münster-Roxel

Die evangelische Kirchengemeinde hat in Roxel wieder ein Zuhause gefunden: Im neu erbauten Philipp-Nicolai-Haus fand der erste Gottesdienst statt.

Von Annegret Lingemann

Das gesellige Beisammensein nach dem ersten Gemeindegottesdienst konnte an der altbekannten Magnolie stattfinden. Foto: ann

Ein exzellentes Gespür für den richtigen Zeitpunkt hat eine Magnolie bewiesen. Sie stand im Garten der Roxeler Nicolaikirche. Dort steht sie immer noch und jetzt gerade in schönster Blüte. Allerdings hat sich ihre Umgebung ziemlich verändert. Die vormalige Nicolaikirche wurde abgerissen, an deren Stelle ist das Philipp-Nicolai-Haus entstanden, das neue evangelische Gemeindezentrum in Roxel. Zur offiziellen Einweihung und dem ersten Gemeindegottesdienst wäre im Garten des neuen Gebäudes kein schönerer Schmuck denkbar gewesen.

Die offizielle Schlüsselübergabe fand bereits am Samstag statt, im Beisein des Superintendenten Holger Erdmann, der landeskirchlichen Baurätin Dörte Lippold, des vormaligen Pfarrers der Nicolaikirche, Stephan Draheim, sowie der Architekten und des Investors. Grußworte der Nachbargemeinden wurden verlesen, und ein Posaunenchor sorgte für den musikalischen Rahmen.

Heller Kirchenraum mit warmer Atmosphäre

Am Sonntag war die Gemeinde – fortan ohne Glocken – geladen, um liturgische Gegenstände in einer Widmungs- und Weihezeremonie in die neuen Räume zu bringen. Im hellen Kirchenraum mit einer ruhigen und warmen Atmosphäre dominiert hinter dem schlichten Altar mit einem eingelassenen bronzenen Taufbecken eine Wand aus Eichenholz. Rechts und links strömt Licht durch Teile der aufgearbeiteten blauen und weißen Fenster der vormaligen Kirche.

Vertraute Elemente tauchen wieder auf

„Wir werden uns gewöhnen müssen“, sagte Pfarrer Andreas Hirschberg in seiner Predigt. „Wie ein Kind, das auf eine Reise seinen Teddy mitnimmt, um Vertrautes in der neuen Umgebung zu finden, sollen hier vertraute Elemente wieder auftauchen. Es ist wichtig, dass sich auch im kirchlichen Rahmen ein Zuhause-Gefühl einstellt. Für viele Menschen war die alte Kirche als Konfirmations-, Hochzeits- oder Taufkirche ein fester Ankerpunkt in ihrem Leben.“

Raum für neuen Ideen und Impulse

Einzeln wurden das Lesepult (Ambo), das Lektionar, aus dem die biblischen Lesungen vorgetragen werden, sowie Kelch und Patene für das Abendmahl an die vorgesehenen Plätze gebracht. Die Antependien des Künstlers Rudolf Breilmann – vormals vor dem Altar installiert – und dessen Rötelzeichnungen haben bereits feste Positionen. Pfarrer Hirschberg drückte die Hoffnung aus, dass die neue Umgebung für die Gemeinde auch neuen Ideen, Impulsen und Begegnungen mit den Menschen und mit Gott Raum geben könne.

Nach dem Gottesdienst, bei dem Chiu-ping Wang kurzfristig für die musikalische Begleitung am Klavier eingesprungen war, waren alle Gemeindemitglieder eingeladen, drinnen und draußen an der prächtig blühenden Magnolie einen Imbiss und ein Getränk einzunehmen.

Mit einer Andacht im Philipp-Nicolai-Haus endete gegen 16 Uhr das neue Kapitel im evangelischen Gemeindeleben in Roxel.

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