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Bruderschaft St. Wilhelmi

Schützenregentschaft bleibt in Frauenhand

Münster-Kinderhaus

Bei den Wilhelmi-Schützen wurde jetzt eine neue Tradition fortgesetzt: Der neue Schützenkönig ist wiederum eine Königin.

Von Julia Körtke

Neue Majestäten: Prinz Linus Wünnemann (v.l.), die neue Schützenkönigin Diandra Havers und der Schülerschützenkönig Julian Wünnemann Foto: Julia Körtke

Diandra Havers ist neue Schützenkönigin der Schützenbruderschaft St. Wilhelmi Kinderhaus. Nach zwei Jahren Corona-Pause folgt sie auf die amtierende Schützenkönigin Svenja Reher. Der Posten bleibt somit in Frauenhand.

Nach einem spannenden Kampf holte sie den Vogel, der nur noch am seidenen Faden hing, mit dem 249. Schuss von der Stange. Damit gerechnet hatte sie auf keinen Fall, aber hatte „es so sehr gehofft“, hier als Königin nach Hause gehen zu können. Verpflichtungen treffen sie mit diesem neuen Amt jedoch nicht, so ihr Schwager Kurt Göcking. „Außer Sekt trinken und gut aussehen“, sagte die Siegerin und lachte. Noch vor dem letzten, entscheidenden Schuss hatte sie sich in der Reihe der Schützen ihren Lippenstift nachgezogen. Aufgabe erfüllt. Obwohl es zur Siegerehrung einen klaren Schnaps statt Sekt gab.

Diandra Havers beim Königsschuss Foto: Julia Körtke

Durchgesetzt hat sie sich gegen 49 andere Schützen, eine hohe Beteiligung nach der Pandemie-Zwangspause. Auch am Ende stand noch mehr als die Hälfte der Schützen an, um den Königsschuss abzugeben.

Begonnen hat der Tag bereits um 9 Uhr mit dem Antreten am Hasenbusch, um nach dem Einsammeln der Majestäten an der St.-Josef-Kirche den Kranz niederzulegen. Das Schießen startete um 13 Uhr mit dem Prinzenschießen. Unter drei Anwärtern konnte sich der 16-jährige Linus Wünnemann durchsetzen, dessen kleiner Bruder Julian die Woche zuvor bereits das Schülerschießen gewonnen hatte.

Den Prinzen Linus nennt man im Verein scherzhaft „Holzfäller“ in Anspielung auf den Anblick des Holz-Vogels nach seinem letzten Schießen. Auch er hatte mit seinem Sieg nicht gerechnet, freute sich aber sehr. Der Schützenverein ist für ihn auch eine Art Familientreffpunkt. Seine Großmutter Felizitas Peltzer, seit 44 Jahren Vereinsmitglied, war sichtlich stolz auf ihre Enkel.

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