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Botschafter der Republik Niger besuchte SC Sprakel

Kulturgeschichte als „Heimatanker“ bewusst erleben

Münster-Sprakel

Wo ich lebe, ist mein Zuhause. aber auch da, wo ich herkomme. Das in Einklang zu bringen war auch das Ziel einer Veranstaltung, die jetzt in Sprakel stattfand.

Christian Rüter (Vorstand CS Sprakel), Seidou Karidio (Vorsitzender des Verein Solidarität Niger e.v. ) leiteten die interkulturelle Veranstaltung in Sprakel. Foto: Seidou Karidio

Im großen Sitzungssaal des Sportclubs Sprakel 1930 ging es jetzt weniger um den Sport, sondern um gelebte Integration – im Zusammenleben verschiedener Kulturen, der afrikanischen Kulturen und der deutschen Kultur.

Der eingetragene Verein Solidarität Niger hatte im Münsterland lebenden Menschen aus dem Niger und andere Mitbürger zum demokratischen Meinungsaustausch über die eigene Kultur und über die Integration in die deutsche Gesellschaft geladen. Über 50 Teilnehmer aus Niger, Mali, Burkina Faso, aus der Demokratischen Republik Kongo, aus Jamaika und aus Deutschland haben vier Stunden miteinander diskutiert. Im Publikum hörten auch einige Kinder angeregt zu.

Land, Leute und Identifikation

Für eine lebhafte Debatte sorgten zwei Referenten, die Vorträge über zwei ethnische Gruppen aus Niger und deren Kulturen hielten. Dr. Adamou Lawali, Tierarzt im Ruhestand, referierte über das Thema: „Auf der Spur der Kanuri in Zinder“. Die Kanuri sind ein Volk in der zentralen Sudanzone und am Tschadsee. Die meisten Kanuri leben im Nordosten Nigerias und in den östlichen Gebieten von Niger.

Im zweiten Referat befasste sich Nasser Watara Maiga, Berater für Ausländische Angelegenheit in Berlin, mit dem Thema: „Maiga“. Die Songhais sind ein Volk des Nigertals, das hauptsächlich von der Landbewirtschaftung und dem Handwerk lebt. Sie stellen eine wichtige ethnische Gruppe in Mali, Niger und Nordbenin dar und sind auch als Minderheiten in Nigeria und Burkina Faso vertreten.

Spannende Namensforschung

Die Geschichte und Herkunft des Nachnamens Maiga zu kennen, ist etwas Interessantes, da es viele Menschen zu den Vorfahren und Verwandten zurückführt.

Die Geschichte von Maiga ist, wie die der meisten Nachnamen, eine verworrene und außergewöhnliche Reise in vergangene Zeiten – so das Ergebnis des Vortrags in Sprakel. Die Recherche nach dem Ursprung des Nachnamens Maiga führt zu mehr Informationen über diejenigen, die diesen Namen tragen, über ihre Lebensweise, ihre Kultur und Identität, die zum Beispiel in der Gestaltung der Wappen oder heraldischer Schilde ihren Ausdruck finden.

Globaler Austausch vor Ort

Ziel der Veranstaltung war ein Forum zum Austausch über Kultur und Integration zu schaffen. Je mehr man seine eigene Kultur kenne, desto besser verstehe man die fremde Kultur, hieß es. Dabei wurden nach der eigenen Kultur gefragt und nach den den Kulturen in der neuen Heimat.

Zu der Veranstaltung war auch der Botschafter der Republik Niger in Berlin eingeladen, um die Diskussion politisch zu bereichern. Zudem sprachen der Botschafter und die Vertreter des SC Sprakel über die Fortsetzung und den Ausbau der Partnerschaft zwischen Niger und dem Sportverein.

Insgesamt diente die Veranstaltung zu besseren Identitätsfindung. Mit den Forschungen der Kulturgeschichte fand sich so etwas wie ein „Heimatanker“ für die Menschen aus dem Niger, die jetzt in Deutschland leben.

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