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Ein Windrad wird noch aufgebaut

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Unübersehbar verändert sich das Bild in Sandrup: das erste Windrad am Heidegrund steht, im Januar folgt das nächste an der Sandruper Straße.

Katrin Jünemann

Ein Blatt wiegt zwar nur 15,6 Tonnen, doch bei einer Länge von 63,7 Metern kommt der Spezialtransport auf 70 Meter inklusive Fahrzeug. Foto: Helmut Wilken

Das Windrad am Heidegrund steht, Weihnachten sind alle Mitarbeiter zu Hause. Und sogar schon zwei Tage vorher. „Es ist sehr, sehr gut gelaufen“, sagte Bauleiter Matthias Feldner am Dienstag. Das rund 14-köpfige Team der Firma Buss Wind Service hatte die Genehmigung für die Sonntagsarbeit bekommen und sich rangehalten.

Doch das allein wäre noch kein Garant für den Abschluss der Baumaßnahme am Heidegrund gewesen. Denn wie Seeleute sind auch Windkraftanlagenbauer abhängig vom Wetter. Wenn es um den Anbau der drei Blätter an die Nabe am Turm der Anlage geht, können sie bis zu einer Windstärke von 8,3 Metern pro Sekunde arbeiten. Mehr Wind können sie nicht gebrauchen.

Doch das Team um SiteManager Matthias Feldner hatte wenig Wind: Es passte alles – und so konnte das Team seine Arbeit abschließen. Das Windrad in Häger steht bereits.

Pro Blatt galt es, das Drehmoment auf 104 Muttern zu bringen und dann das Blatt mit dem Blattlager zu verschrauben. Aufmuttern nennen sie das.

Da hat Bauleiter Feldner eine dreimonatige Baustelle in Irland in ganz anderer Erinnerung: Dort wehte ein ganz anderer Wind.

Die Anlieferung der Komponenten ist in den vergangen Wochen immer nachts erfolgt. Mit langen Schwertransportern. Denn die vier Turmteile eines Windrads wiegen zum Beispiel zwischen knapp 33 und gut 47 Tonnen und sind zwischen zwölf und 24 Meter lang. So kommt ein Schwertransport dann auf 38 bis 50 Meter Länge inklusive des Transportfahrzeugs. In puncto Länge wird das von den Blättern noch getoppt. Ein Blatt wiegt zwar nur 15,6 Tonnen, doch bei einer Länge von 63,7 Metern kommt der Spezialtransport auf 70 Meter inklusive Fahrzeug.

Mit einem Schwergewicht werden die Komponenten dann geliftet: Der Raupenteleskop-Kran von Liebherr hat 109 Tonnen Tragkraft und wiegt inklusive Gegenwicht 380 Tonnen. Die Gesamthöhe beträgt 99,5 Meter.

Mit dem letzten der drei Windräder, das an der San­druper Straße gebaut wird, geht es im nächsten Jahr weiter. „Wir reisen am 4. Januar an und sind am 5. Januar auf der Baustelle“, erläuterte Feldner. Er geht davon aus, dass bis Ende Januar alles über die Bühne ist.

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