1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Sprakel
  6. >
  7. Münster: Theresia Wilken aus Sprakel wird 100 Jahre alt

  8. >

Theresia Wilken wird 100 Jahre alt

Nähen ist ihre große Leidenschaft

Münster-Sprakel

Hundert Jahre sind eine Ewigkeit: Weimarer Republik, Zweiter Weltkrieg, Mondlandung, Mauerfall, Pandemie und dann noch all das, was in der Zeit in Sprakel passiert ist und passiert: Theresia Wilken hat es erlebt. Sie wird am Sonntag (15. Mai) hundert Jahre alt.

Von Anke Sundermeier

Dass sie jetzt wirklich 100 Jahre alt wird, kann sich Geburtstagskind Theresia Wilken aus Sprakel kaum vorstellen Foto: Bernhard Wilken

Theresia Wilken feiert am Sonntag (15. Mai) einen runden und nicht ganz alltäglichen Geburtstag. „Ich werde 100, und glauben Sie mir, heute kann ich es mir noch nicht vorstellen“, sagt die Jubilarin im Vorgespräch zu ihrem Ehrentag.

Seit 1945 im Dorf

Die Sprakelerin ist in ihrem Dorf wahrlich keine Unbekannte, schließlich lebt sie dort seit 1945. Die immer noch sehr rüstige Seniorin stammt ursprünglich aus Haltern am See. Dort wuchs sie gemeinsam mit vier Schwestern auf. Ihr Vater war Anstreicher und die Mutter Hausfrau.

Früh entdeckte Theresia Wilken ihre Leidenschaft für das Nähen. „Es hat mich fasziniert, und immer wenn sich die Gelegenheit bot, habe ich bereits als Kind heimlich auf der Maschine meiner Mutter geübt.“ Ihren Traumberuf Näherin verwirklichte sie, indem sie sich die Kunst des Nähens selber aneignete. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Ausbildungsstätten für Näher.

Erst Bettwaren, dann Baustoff

Dementsprechend arbeitete Theresia Wilken bis zu ihrem Umzug nach Sprakel in einem Bettwarenfachgeschäft in Haltern am See. Dass sie dann später dort gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard Wilken einen Baustoffhandel führte, ergab sich aus einem Zufall. Durch ihre in Sprakel lebende Schwester lernte sie auf einer Feier ihren als Maurer arbeitenden Mann kennen, den die Jubilarin 1946 heiratete.

Nach dem frühen Tod des Schwiegervaters übernahm Gerhard Wilken den bereits bestehenden Baustoffhandel, der sich im unteren Bereich des Wohnhauses befand. Von den vier gemeinsamen Kindern Josef (1947), Wolfgang (1950), Hildegund (1952) und Bernhard (1959) übernahm Sohn Josef in den 1980er-Jahren das heimische Unternehmen.

Gemüse und Obstgarten

Trotz der Mitarbeit im Baustoffhandel ihres Mannes und der intensiven Pflege des großen Gemüse- und Obstgartens blieb Theresia Wilken ihrer großen Nähleidenschaft immer treu. Denn als ihr Mann 1962 den Karnevalsverein Sprakel gründete, nähte sie mit großem Engagement und Ideenreichtum die erforderlichen Kostüme.

„Und wie es so auf dem Dorf üblich ist, waren mein Mann und ich in vielen Vereinen und Organisationen unterwegs. Ich sang bereits mit 14 Jahren im Kirchenchor Sopran und pflegte dieses Hobby noch sehr lange“, blickt die 100-Jährige zurück.

Selbstständig auf den Beinen

Stolz ist ihre Familie, zu der mittlerweile fünf Enkel und sechs Urenkel zählen, darauf, dass die Sprakelerin immer noch alleine und selbstständig im Haus der Familie in Sprakel wohnt. „Natürlich erhalte ich Unterstützung durch meine Kinder, die im Umland leben“, sagt Theresia Wilken, „Aber auch meine Nachbarn sind immer aktiv für mich da. Ich freue mich sehr, dass ich diesen Geburtstag mit allen Menschen, die mir verbunden sind und mir nahestehen feiern kann.“

Startseite
ANZEIGE