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Erika Bhanji berichtet über ihre Arbeit in Tansania

„Aus anfangs 40 Ziegen wurden über die Jahre gut 800“

Münster-Wolbeck

Tansania ist für die Wolbeckerin Erika Bhanji zur zweiten Heimat gewordne., In der vergangenen 60 Jahren hat sich sehr eingesetzt, die Situation insbesondere der Frauen in dem afrikanischen Land zu verbessern. Vor der Frauenhilfe Wolbeck gab sie einen spannenden Bericht über ihre Aktivitäten ab.

Von Ole Freundlieb

Erika Bhanji hat von Wolbeck aus über lange Jahrzehnte Hilfe für die Menschen in Tansania organisiert. Foto: Ole Freundlieb

1964, vor annähernd 60 Jahren, schlug Erika Bhanji ihre beruflichen Zelte am Viktoriasee in Tansania auf und blieb dem ostafrikanischen Land seither treu. Zunächst in der Mission tätig, weitete sie ihr Engagement während ihres Rentendaseins aus und unterstützte die ansässigen Frauenprojekte für weitere 20 Jahre.

Ihrer „zweiten Heimat“ kehrte sie dabei nie den Rücken, sondern nahm jährlich eine Reise für einen drei- bis fünfmonatigen Aufenthalt auf sich, um die Entwicklung vor Ort mitverfolgen und leiten zu können.

Mittlerweile liegt ihre letzte Reise nach Afrika einige Jahre zurück und sie plane nicht, Tansania einen weiteren Besuch abzustatten, doch in Kontakt mit den Menschen vor Ort wolle sie weiterhin bleiben.

Gesundheits- und Schulsystem

Vor dem Wolbecker Frauenkreises zeigte sie die Entwicklung des Projektes auf und erläuterte ihre Ansätze, die Situation für die Menschen in Tansania nachhaltig zu verbessern. Über die Jahre habe sie sich vor allem für ein funktionierendes Gesundheits- und Schulsystem eingesetzt, mit besonderem Fokus auf die Rolle der Frau, erzählte Erika Bhanji.

Dabei begann die Arbeit zu Beginn ihrer Rente mit einem Paukenschlag: Aids, ein neues Krankheitsbild, beutelte ganz Afrika. Zahlreiche Kinder starben in jungen Jahren, so auch in Bukoba. Schwester Erika Bhanji ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern und verstärkte vielmehr die Hilfe vor Ort.

Spenden aus Wolbeck und Umgebung

Die Essensversorgung sei stabilisiert worden, Ziegen wurden angeschafft, um durch die zusätzliche Milch eine Alternative zur Muttermilch zu schaffen und so die Ansteckung mit dem tödlichen HIV-Virus zu vermeiden, Schulen wurden gebaut und Stromleitungen verlegt.

Viele Spenden kamen aus Wolbeck und Umgebung. Somit konnte gewährleistet werden, dass alle Kinder Zugang zur Schule haben und Zukunftsperspektiven erhalten. Mittlerweile sei die Dorfgemeinschaft in der Lage, sich selbst zu versorgen.

Hilfe für jedes Kind

Jedem Kind stehe pro Tag garantiert ein halber Liter Hirsebrei zur Verfügung, und speziell die gute Entwicklung der Ziegenherde sorge für eine gewisse Sicherheit. „Aus anfangs 40 Ziegen wurden über die Jahre gut 800“, sagt Erika Bhanji. Ihr ist bewusst, dass es damit nicht getan ist. „Jeder kann aber helfen“, ist sie dabei fest überzeugt.

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