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Gerda Bredemeier hat die Realschule Wolbeck mit aufgebaut

Das Lehrerkollegium passte in ein einziges Auto

Münster-Wolbeck/Angelmodde

Gerda Bredemeier war eine der ersten Lehrerinnen neben dem Schulleiter, die die Realschule Wolbeck aufbauten. Nach den Lockdowns zog es sie zurück nach Wolbeck – doch beinahe hätte sie die alte Schule gar nicht wiedergefunden.

Gerda und Willi Bredemeier während der Feierlichkeiten zum Kulturhauptstadtjahr 2010 an der A40. Foto: privat

Als für Gerda Bredemeier, Lehrerin an der Realschule Wolbeck in den Gründerjahren, und ihren Mann Willi nach zwei Impfungen Reisen wieder möglich geworden waren, sollte Wolbeck nicht ihr erstes Ziel werden. „Die Kinder und Enkelkinder gingen natürlich vor“, berichtet sie. „Aber danach wollte ich wenigstens für einen Tag nach Wolbeck zurückkehren.“

Gerda Bredemeier räumt gern ein, dass sie mit der Wolbecker Realschule gute Erinnerungen verbindet. Doch als sie wieder nach Wolbeck fahren wollte, kam der erste Lockdown.

Auf der Suche nach der alten Schule

So musste der Besuch ihrer alten Schule um mehr als ein Jahr verschoben werden, schreibt sie in einem Brief an unsere Zeitung. Als sie dann doch wieder in Wolbeck angekommen war, fand sie ihre alte Schule gar nicht mehr wieder. Erst eine langjährige Nachbarin der St.-Agatha-Kirche erklärte ihr, dass das alte Schulgebäude abgerissen war und auf dem Grundstück jetzt ein Kindergarten steht. Das Gebäude, in dem Gerda Bredemeier evangelische Religion unterrichtete, gibt es immerhin noch. Es beherbergt heute die Bücherei St. Agatha.

Gerda Bredemeier war eine der ersten Lehrerinnen neben dem Schulleiter, die die Realschule Wolbeck aufbauten. Damals, 1975, wurde noch in Angelmodde unterrichtet, ein Jahr später auch in Gremmendorf, bis die Realschule dann ins Schulzentrum einzog.

Nach 40 Jahren Schuldienst pensioniert

Gerda Bredemeier erinnert sich gern an die Aufbaujahre, als alle Kolleginnen für den Lehrerausflug im Auto des Schulleiters Platz fanden und die Erprobungsstufenkonferenzen auch bei nur zwei Klassen den ganzen Nachmittag dauerten.

Inzwischen ist Gerda Bredemeier nach 40 Jahren Schuldienst pensioniert. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann die Zeit während der Pandemie zu Hause genutzt und den Roman ihres Mannes für die zweite Auflage überarbeitet und um weitere Geschichten angereichert (Willi und Gerda Bredemeier, Der andere Heimatroman, Simon-Verlag, Berlin 2021).

Ihr Ausflug nach Wolbeck hat ihnen gut gefallen. Sie werden wiederkommen, um andere „Ehemalige“ zu treffen. Ein schönes, neues Café haben sie bereits entdeckt.

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