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Projekt der Uni Münster mit der Realschule Wolbeck

„Das Wichtigste ist, sich für die Berufswahl Zeit zu nehmen“

Münster-Wolbeck

Die Realschule Wolbeck kooperiert mit der Universität Münster, wenn es um die Berufsorientierung geht. Es soll helfen, Neigungen, Stärken und Schwächen zu identifizieren.

Seine Stärken und Schwächen entdecken, darum ging es bei einem Projekttag an der Realschule Wolbeck. Foto: mlü

So ganz nebenbei lässt Thomas Böckenholt von der Universität Münster eine Zahl fallen, die sogar einem erfahrenen Berufswahlkoordinator die Kinnlade herunterfallen lässt: „Im Bachelor-Studium haben wir eine Abbrecher-Quote von 35 Prozent.“

Das seien oft Praktiker, die sich an einer großen Hochschule nicht wohl fühlen. Dass sich Jugendliche selbst besser kennenlernen, bevor es an die Berufswahl geht, darum geht es jetzt bei einem Projekt an der Realschule Wolbeck zusammen mit der Universität.

Im März steht für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 ein Betriebspraktikum an. Damit dieses Praktikum auch wirklich etwas für die Berufsorientierung bringt, haben sie jetzt einige Techniken gelernt, wie sie ihre Neigungen und Stärken besser einschätzen können. Im Januar geht es weiter mit einem Bewerbungstraining.

Gewinn für Schüler, Firmen und die Studierenden

„Mit dem Berufswahlkoordinator Guido Wiggering hat die Realschule jemanden, der viel Herzblut und Zeit in dieses Thema steckt“, sagt Böckenholt. Das Projekt mit der Uni Münster sei ein „Dreifach-Gewinn“: Die Projekttage werden vorbereitet von 15 Studierenden. Sie wollen einmal Lehrer oder Lehrerin am Berufskolleg werden und konnten an der Realschule pädagogische Erfahrungen sammeln.

Profiteure sind auch die Firmen – sie bekommen im März bestenfalls Praktikantinnen und Praktikanten, die ihre Zeit nicht nur absitzen wollen. Gewinner sind natürlich auch die Jugendlichen der Realschule, sagt Erziehungswissenschaftlerin Dr. Katja Driesel-Lange. Schwerpunkt ihrer Professur ist die Berufsorientierung. Sie weiß, dass es sich lohnt, sich früh mit der Berufswahl auseinanderzusetzen.

„Das Wichtigste ist, sich für die Berufswahl Zeit zu nehmen.“ In Panik müsse dabei niemand verfallen: „Jede Entscheidung ist revidierbar.“

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