Bezirksbürgermeister wirbt um Geduld und Vertrauen

Drostenhofpark: Gespräche laufen weiter

Münster-Wolbeck

Der Drostenhofpark im Zentrum Wolbecks ist geschlossen. Aber noch immer hoffen die Bürger und Bürgerinnen, dass er irgendwann zumindest eingeschränkt wieder geöffnet wird. Die Hoffnung ist nicht unbegründet, denn die Gespräche im Hintergrund laufen offenbar weiter.

Iris Sauer-Waltermann

Mit ihren Bildern votieren Kinder für die Öffnung des Parks, in dem sich auch ein Spielplatz befand. Foto: anh

Er verstehe die Enttäuschung der Bürger und Bürgerinnen, erklärt Bezirksbürgermeister Peter Bensmann. Hintergrund ist die Schließung des Drostenhofparks durch den Eigentümer Benedikt Graf von Merveldt, an der in Verlautbarungen und Leserbriefen jüngst erneut Kritik geübt wurde. Unter anderem hatte die örtliche SPD den Beteiligten angesichts nicht öffentlich geführter Verhandlungen „Geheimdiplomatie“ vorgeworfen.

Tatsächlich gab es weitere Gespräche, erklärte Bensmann auf Anfrage unserer Zeitung. Und er warb um Verständnis dafür, dass diese nicht vollständig öffentlich stattfinden könnten. Es handele sich schließlich um eine privatrechtliche Angelegenheit. Bensmann versicherte, man sei weiterhin um ein Konzept bemüht, das den Park zumindest teilweise wieder für die Öffentlichkeit zugänglich mache.

Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass das Verhältnis zwischen Eigentümer und Stadt Münster, die als Mieterin für die Unterhaltung des Parks zuständig war, „bereits seit etwa sechs Jahren zerrüttet“ war. Eine solche Problematik könne man nicht von heute auf morgen lösen, so Bensmann. Er bittet daher „um Geduld und um Vertrauen“ und beteuert: „Wir tun alles, um eine Lösung zu finden.“

Benedikt Graf von Merveldt erinnert auf Anfrage unserer Zeitung ebenfalls an die Vorgeschichte: Über die Jahre sei es immer wieder zu Vermüllung und Vandalismus im Park gekommen. „Wer hat schon gerne ständig zerschlagene Fenster?“, fragt er.

Der Eigentümer des Drostenhofs verweist auch auf die evangelische Kirche an der Dirk-von-Merveldt-Straße. Dort habe man aus ähnlichen Gründen ähnlich gehandelt wie er. Auf dem Vorplatz des Gotteshauses hatte das Presbyterium kürzlich Ruhebänke abbauen lassen, nachdem es dort immer wieder zu Verschmutzung und Ruhestörung gekommen sei. Auch von der Stadt Münster fühlte sich der Eigentümer des Drostenhofs, wie berichtet, über viele Jahre mit den Problemen allein gelassen. Er habe aus Unzufriedenheit „insgesamt dreimal den Mietvertrag gekündigt“, erklärt er. Zweimal habe er die Kündigung zurückgenommen. Grundlegend geändert habe sich nichts.

Zur Frage, ob er sich eine eingeschränkte Öffnung zu bestimmten Tageszeiten vorstellen könne, wie sie etwa in den sozialen Medien vorgeschlagen wird, äußert sich Graf von Merveldt zurückhaltend. Die Frage sei, inwieweit so etwas überhaupt praktikabel sei.

Startseite