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Realschule Wolbeck

Echtes Handwerk zum Anfassen

Münster-Wolbeck

Corona lässt Schülerpraktika ausfallen – den Jugendlichen fehlen dadurch wichtige Erfahrungen. Deswegen hat die Realschule Wolbeck stattdessen die „HandWerkStatt“ an die Schule geholt: Eine Art Berufsmesse zum Anfassen.

Von Markus Lütkemeyer

Zu den Berufsstationen der „Handwerkstatt“ gehören auch spielerische Einblicke in den Beruf des Zweirad-Mechatronikers. Foto: mlü

In einem Raum standen Nähmaschinen, im nächsten Lötkolben. Geübt wurde die Montage eines Siphons, das Einstellen von Schranktüren, der Radwechsel an einem Fahrrad. Zu den Berufsstationen der „HandWerkStatt“ an der Realschule Wolbeck gehörte am Mittwoch und Donnerstag sogar der spielerische Einblick ins Dachdeckerhandwerk. Alles zum Ausprobieren.

Die Idee dahinter ist klar: „Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern mit Ausbildungsberufen in Kontakt bringen“, sagte Guido Wiggerink. Der Lehrer ist für die Berufskoordination an der Realschule Wolbeck zuständig. Veranstaltet wurde die „HandWerkStatt“ von der Handwerkskammer Münster und der Kreishandwerkerschaft Münster. Weitere Partner wie das zdi Zentrum m3 Münster und die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster unterstützten das Angebot.

Handwerksaufgaben aus dem Alltag

Die Aufgaben, welche die Schülerinnen und Schüler an den jeweiligen Stationen zu erfüllen hatten, waren so konzipiert, dass die Jugendlichen diese in ihrem Alltag wiederfinden können. „Da in den allermeisten Schulen das Unterrichtsfach ‚Werken‘ nicht mehr angeboten wird, möchten wir als Handwerkskammer den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnen, Handwerksberufe auszuprobieren“, erläuterte Carsten Haack von der Handwerkskammer.

Die Stationen wurden weitgehend durch Auszubildende oder junge Gesellinnen und Gesellen von münsterischen Betrieben betreut, die neben der fachlichen Betreuung der Stationen mit den Jugendlichen ins Gespräch kamen. Allerdings: „Die Handwerkerfirmen haben paradoxerweise in der Corona-Zeit viel mehr zu tun als früher“, weiß Haack. An vielen Stationen sprangen Mitarbeiter der Handwerkskammer ein.

Guido Wiggerink findet die Aktion vor allem deswegen so wichtig, weil in der Coronazeit nicht mehr so viele Praktika angeboten werden oder auch oft verkürzt wurden. „Berührungspunkte mit der echten Wirtschaft sind seltener geworden“, bedauerte der Realschullehrer. Deswegen sollte jetzt eben mit der „Handwerkstatt“ stattdessen ein Stück Berufsalltag an die Schule kommen.

Eine ähnlich konzipierte Berufsmesse in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein Wolbeck konnte auch aufgrund der Pandemie nicht fortgesetzt werden.

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