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Neues Aktionsbündnis „Wolbeck jetzt!“ fordert Ortskern-Neugestaltung

Es soll sich endlich etwas tun

Münster-Wolbeck

Eine neue Bürgerinitiative hat sich in Wolbeck gegründet: „Wolbeck jetzt!“ will endlich Bewegung in der verfahrenen Debatte um die Neugestaltung des Ortskerns.

Von und

Die Wolbeckerin Tanja Brandenfels (vorne Mitte) hat mit Gleichgesinnten das Aktionsbündnis „Wolbeck jetzt!“ gegründet. Gemeinsam wollen sie, dass im Ortskern Wolbeck der Verkehrsraum neu gestaltet wird. Foto: Wolbeck jetzt!

„Frust, Unmut und Verbitterung“ titelte unsere Zeitung Ende Juli mit ihrer Berichterstattung über den neuen Vorstoß des Bürgerforums zur Ortskerngestaltung in Wolbeck. „Genau das war auch meine Gefühlslage, als ich vor mehr als zwei Monaten aktiv geworden bin,“ so die Wolbeckerin Tanja Brandenfels. Deswegen hat sie nun mit Gleichgesinnten ein Aktionsbündnis gegründet: „Wolbeck jetzt!“

Es waren zwei Ereignisse, die schon vor Monaten ihr Fass zum Überlaufen brachten: Zum einen die Information aus der Bezirksvertretung Südost, dass sämtliche dem Stadtplanungsamt vorgelegten Vorschläge zur Verkehrsberuhigung im Wolbecker Ortskern, die nicht den Ausbau der Eschstraße als Voraussetzung haben, in Bausch und Bogen abgelehnt wurden. Zum anderen ein Zeitungsbericht, dass die Wolbecker Straße in Münster im Rahmen eines großangelegten Verkehrsversuchs massiv verkehrsberuhigt wird.

„Was auf der Wolbecker Straße in Münster geht, muss doch auch auf der Münsterstraße in Wolbeck möglich sein“, ist sich die Wolbeckerin sicher. „Aktuell gibt es in Wolbeck viel zu wenig Miteinander. Stattdessen: Unabgestimmte Einzelaktionen, Widersprüche und Unvereinbarkeiten, verhärtete und überkommene Positionen. Die Außenwirkung ist katastrophal. Das muss ein Ende haben.“

Gemeinsam Druck ausüben

Dabei sieht sie „Wolbeck jetzt!“ keinesfalls als Konkurrenz zu den bisherigen Initiativen. Im Gegenteil: „Ziel ist es, über alle Gruppierungen hinweg einen gemeinsamen Nenner zu finden. Immerhin zählt der Stadtteil um die 10 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Nur so können wir den notwendigen Druck auf Politik und Verwaltung ausüben“, so Reinhard Schulte, der sich dem Aktionsbündnis angeschlossen hat.

„Wolbeck jetzt!“ möchte dabei aus einem breiten Fundus schöpfen. Dieser besteht neben den aktuellen Vorschlägen zur Verkehrsberuhigung insbesondere aus dem bereits vorliegenden Entwicklungskonzept Wolbeck. Letzterem möchte man neues Leben einhauchen.

Zur Erinnerung: Das Konzept entstand in den Jahren 2013 und 2014 unter breiter Bürgerbeteiligung und schlummert seither in den Schubladen der Verwaltung. Denn aus Sicht der Stadtplaner setzen viele Maßnahmen den Ausbau der Eschstraße voraus. Der stockt allerdings seit Jahren – und ist politisch mittlerweile hochumstritten.

Paradigma umkehren

„Das Rad muss gar nicht neu erfunden werden. Der Großteil der im Konzept beschriebenen Maßnahmen ist zeitnah und ohne zusätzliche Voraussetzungen umsetzbar. Man muss es nur wollen“, argumentieren dagegen die Initiatoren der neuen Bürgerinitiative.

„Insbesondere muss das bisherige Paradigma der Verwaltung ins Gegenteil verkehrt werden“, fordern die Aktiven in einer Pressemitteilung. Anstatt erst den Verkehr zu reduzieren und danach den Ortskern umzugestalten, müsse schnellstmöglich der Ortskern umgestaltet und dadurch der Autoverkehr drastisch reduziert werden.

„Politik und Verwaltung muss klar werden, dass Wolbeck aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist. Wir wollen nicht länger geografisch rechts unten liegen gelassen werden und hinten anstehen. Wir wollen, dass sich in Wolbeck jetzt etwas tut und nicht erst in ferner Zukunft“, fordert Tanja Brandenfels.

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