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Musikalische Andacht in St. Nikolaus

Feine Stücke in bemerkenswerter Harmonie

Münster-Wolbeck

Bei der kirchenmusikalischen Andacht in der St.-Nikolaus-Kirche war das Vokalensemble „TonArt“ auf der Empore platziert und den Blicken des Publikums entzogen – ungewöhnlich, doch dieser Schritt hat sich gelohnt.

Von Andreas Hasenkamp

Gestaltete die musikalische Andacht in St. Nikolaus musikalisch fein aus: das Vokalensemble „TonArt“ auf der Empore bei der Orgel. Foto: Andreas Hasenkamp

„Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen“ lautete die Einladung zur kirchenmusikalischen Andacht in St. Nikolaus am Sonntag. Eingerahmt von Texten, gelesen von Pastoralreferent Thomas Hußmann, sangen und spielten das Vokalensemble „TonArt“, Felix Bräuer an Orgel und Piano, sowie Beate Gogolin an der Querflöte; die Leitung hatte Thorsten Schwarte.

Hell und hoch präsentierten sich die ersten Chorstücke der Andacht. „Der Abend kommt und wir zu dir“ oder Gabriel Faurés Werke aus dem Requiem waren zu hören, bevor Johann Sebastian Bachs Orgelsolo „Vor deinen Thron tret ich hiermit“ eine andere Stimmung anschlug. Langsam, versunken, durchaus sorgenvoll.

Ohne Sorgen zu sein lädt der Apostel Paulus in seinem Brief nach Korinth ein, Edith Stein lädt ein, den Tag in seine Hand zu legen, Hoffnung und Tröstliches erscheinen. Das greifen die nächsten Stücke in unterschiedlicher Besetzung auf: die Gymnopédie Nr. 1 von Satie, hier für Querflöte und Klavier, Bräuers Auszüge aus den „Drei Stücken für ein Requiem“. Erst recht dann die Psalm-Vertonung von Johannes Falk und Michael Meusers „Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt“.

Das Tanzen greift auch Louise Farrencs Andante aus op. 45 für Querflöte und Klavier auf, in einem Stil, der eher aus dem Rahmen der Andacht fällt. Nach Fürbitten erklingt Mendelssohn-Bartholdys großartiges „Denn er hat seinen Engeln“ und ein von Jutta Bitsch verarbeitetes Thema von Edith Stein: „Deinen Händen bette ich mich ein.

Die Interpreten waren diesmal, unüblich, auf der Empore platziert und den Blicken des Publikums entzogen – zugunsten der engen Abstimmung von Orgel oder Piano und Sängern sowie Querflöte. Die große Harmonie der Darbietung sprach für diesen Schritt. Der Chor zeigte ein bemerkenswertes Niveau in Feinheit fordernden Stücken.

Am 11. Dezember findet die nächste Andacht statt. Ebenfalls um 18 Uhr und mit dem Titel „Wie schön leuchtet der Morgenstern“.

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