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Vroni Artmanns Hinterglasmalereien

Gescheitertes Zwiegespräch mit dem Wetterhahn

Münster-Wolbeck

Hinterglasmalerei hat klassische Motive, Vroni Artmann ganz eigene: Symbolstark, durchaus zu entschlüsseln. Davon konnten sich die Besucher einer Vernissage überzeugen.

Von Andreas Hasenkamp

Vroni Artmann erläuterte auch die Wahl ihrer Motive. Foto: anh

Zu sehen waren Vroni Artmanns Hinterglasmalereien schon länger im Gemeindezentrum von St. Bernhard – am Wochenende waren sie auch zu hören: Zwei Musiker, Arne Tigges und Guido Neumann, begrüßten die Gäste der Vernissage musikalisch, Neumann improvisierte zu einigen Werken mit seinem Saxofon. Das war zugleich ein Geburtstagsständchen; während der Ausstellungszeit ist Artmann 80. Jahre alt geworden.

Hinterglasmalerei hat klassische Motive, Artmann ganz eigene: Symbolstark, durchaus zu entschlüsseln. Da ist die Verleihung des Mäuseordens an den Kater „Panther“ oder das gescheiterte Zwiegespräch zwischen Hahn und Wetterhahn. Das Ensemble der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft ist mithilfe von Tieren umgesetzt – Fabeltieren. So kann man es lesen, auch wenn Artmann selbst im „Feuer“ keinen Drachen sehen mochte. Fantasievoll ist die Ballonfahrt über Münster: Unter dem Ballon in Regenbogen-Farben bildet ein Nashorn die Gondel, gefüllt mit drei jungen Leuten, einem neugierigen Hund und, auf dem Nashorn-Schwänzchen, einer winkenden Maus. Zahlreiche weitere Motive warten darauf, gelesen zu werden. Darüber hinaus: Ihre Farben leuchten.

Die Entwicklung der Malerei

Die Gemälde stammen, so Artmann, aus zwei Perioden: Vor der Selbstständigkeit – bis 1980 – und danach, von 2000 bis zum Tod von Günter Artmann im Jahre 2009. Er hatte den Anfang mit der Hinterglasmalerei gemacht, mit ganz anderen Motiven und Formaten, und seine Frau ermuntert. Werke beider wurden ausgestellt im Torhaus des Stadtheimatbundes Münster. Vroni Artmann hat zudem in Coesfeld und Tecklenburg ausgestellt.

Artmann lieferte am Samstag auch eine Skizze der Technik und der Entwicklung dieser Malerei. Gepflegt wurde sie schon im zweiten Jahrhundert v. Chr.; nahm im Mittelalter einen Aufschwung mit den „Fenstern, die immer größer wurden“, war auch im 19. Jahrhundert beliebt. Vielen Bauernfamilien lieferte sie ein Zubrot.

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Gemeindezentrums zugänglich; Artmann bietet nach Absprache private Führungen an:  02506/1356.

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