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„Archäologischer Rundgang“ des Heimatvereins war gut besucht

In Wolbeck gibt es viele Rätsel

Münster-Wolbeck

Archäologen haben und hatten im münsterischen Stadtteil Wolbeck so manches Rätsel zu lösen. Dass machte Fachfrau Aurelia Dickers bei einen öffentlichen Rundgang den Teilnehmern deutlich.

Von Andreas Hasenkamp

Der archäologische Rundgang mit Aurelia Dickers, Bernhard Karrengarn und Alfons Gernholt war gut besucht. Foto: anh

Zu einem „Archäologischen Rundgang“ hatte der Heimatverein Wolbeck eingeladen – und der führte auch in Wolbecks „Wintersport-Gebiet“. Für das Archäologische Know-how zeichnete Dr. Aurelia Dickers verantwortlich, im Planungsamt der Stadt Münster zuständig für Bodendenkmalpflege und Archäologie und beteiligt an vielen Grabungen in Wolbeck, wie sich zeigte.

Bei milden Temperaturen und Sonnenschein zählte Alfons Gernholt 52 Gäste der Führung, zu der Bernhard Karrengarn begrüßte. An der Kirche St. Nikolaus ging es los, weiter zur Elisabeth-Vikarie, dann zum Angelseitenpfad und über die Gruetpaorte schließlich zum ehemaligen Standort des „Kurhauses“.

Fotos von etlichen Fundstücken

Während Wolbeckern die meisten Orte von Ausgrabungen bekannt sind, zeigte Dickers viel mehr. Fotos von etlichen Fundstücken, Karten des Wigbolds und der an den Grabungsorten ermittelten Orte von Mauern und Brunnen oder auch Fundorten von Abfall: Wo einst Abfall platziert wurde, stand kein Haus – so eines der Indizien, mit denen die Archäologie arbeitet. Archäologen würden Rätsel lieben, sagte Karrengarn, was Dickers lächelnd mit einem deutlichen Ja quittierte.

Seit Jahrhunderten auf einem Niveau

Besagte Rätsel zu lösen, ist in Wolbeck besonders schwierig, denn dort lagerten die Menschen seit dem zwölften Jahrhundert, als eine Streusiedlung entstand, nicht Schicht über Schicht, sondern „seit Jahrhunderten auf einem Niveau“. Und wo Schwellbalken auf einzelnen Steinen als Fundament eines Hauses dienten, blieb kaum ein Hinweis darauf. Die liefern Fundstücke wie Keramiken. Deren Herkunft und Alter ist ungefähr bekannt und erleichtert die Datierung. Ein besonders edles Gefäß verrät: Hier dürfte einer der Burgmannshöfe gestanden haben, vom Adel bewohnt.

Steile Abhänge für Schlittenfahrten

Von der Landesburg blieb die leichte Erhebung, die man „Tripps Hügel“ nennt, die „Motte“ aus dem zwölften Jahrhundert. Als das Gebiet um den Hügel noch nicht weitgehend aufgefüllt war, fanden sich steile Abhänge – die Voraussetzung für Schlittenfahrten. Gernholt erinnerte daran, nicht ohne im Zusammenhang mit dem geplanten Bürgerpark anzuregen, man könne doch diese Situation teils wiederherstellen. Da deutete Dickers allerdings keinen Spielraum an.

Karrengarn zufolge denkt der Wolbecker Heimatverein an weitere Führungen zum Thema.

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