Die Folgen einer Hörsterstraße ohne Busse

Kritischer Blick aus dem Südosten auf das Verkehrsexperiment

Münster-Südost

Die Hörsterstraße soll im Sommer testweise frei von Bussen und Autos werden. Es ist ein Verkehrsexperiment mit ungewissem Ausgang. Für Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck hat es allerdings gravierende Folgen.

Markus Lütkemeyer

Busse sollen im Sommer das Martiniviertel nicht mehr durchkreuzen – das bedeutet für den Südosten unter anderem, dass die Linie 6 nicht am Bült hält. Foto: Matthias Ahlke

Auf der Hörsterstraße sollen in den Sommermonaten weder Busse noch Autos fahren dürfen. Stattdessen können dann Passanten auf der jetzigen Fahrbahn durch das hübsche Martiniviertel flanieren – es ist ein Verkehrsexperiment mit ungewissem Ausgang. Für Angelmodde, Gremmendorf und Wolbeck hat das Projekt allerdings gravierende Folgen, warnen Bezirksvertreter.

Betroffen sind davon nämlich, wie berichtet, die Buslinien 6 und 8. Das Thema kam in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Südost am vergangenen Dienstagnachmittag zur Sprache. Alf Kassenbrock (CDU) mahnte zur Wachsamkeit. „Wenn das nicht nur ein Test bleibt, dann ist die Erreichbarkeit der Innenstadt für die Gremmendorfer und Angelmodder eine andere. Da sollten wir aufpassen, dass uns da nichts anbrennt.“

Technischer Fehler in der Ratsvorlage

Der Wolbecker CDU-Ratsherr Martin Peitzmeier kritisierte das Projekt deutlich. „Am Bült wurde sorgsam über die Jahre ein Knotenpunkt aufgebaut. Jetzt zieht man da zwei Linien raus. Über die Folgen für den Südosten hat keiner nachgedacht. Man konzentriert sich derzeit viel zu sehr auf die Innenstadt“, so Peitzmeier gegenüber unserer Zeitung. Der Bült ist für die Bewohner des Stadtbezirks Südost der schnellste Weg zum Wochenmarkt auf dem Domplatz und zum Prinzipalmarkt.

Ratsfrau Christine Schulz von den Grünen bemängelt ebenfalls, dass die Auswirkungen des Verkehrsexperimentes für den Südosten nicht ausreichend benannt wurden. Deswegen hat sie kritisch bei der Verwaltung nachgehakt und die Antwort erhalten, dass es einen technischen Fehler gegeben habe. „In der Vorlage fehlt offenbar der komplette Absatz über die Folgen für unseren Stadtbezirk.“

"Vorläufig wohlwollend betrachen"

Christine Schulz glaubt nicht, dass der Versuch zwei Monate aufrechterhalten werden kann. „Wenn es zu viele Klagen aus unserem Bezirk gibt, dass der Bült nicht erreichbar ist, dann wird dieser Versuch verkürzt auf vier oder sechs Wochen.“ Trotzdem ist sie für das Experiment: „Ich war auch erstmal ziemlich sauer, als ich diese Vorlage gelesen habe. Aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass man es vorläufig wohlwollend betrachten sollte.“

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