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Lärmschutzwand allein reiche nicht – Auch Sorge um die Schulkinder

Nachbarn fordern Tempolimit

Münster-Wolbeck

Eine Lärmschutzwand soll Lärm schlucken. Das besagt schon der Name. „Leider ist genau das für uns und viele Nachbarn nicht der Fall“, erklärt Doris Sarrazin. Die Rede ist von dem begrünten Schutzwall an der nordöstlichen Ecke des Baugebiets Petersheide/Am Steintor. Dieser soll die Menschen ebenso gegen den Verkehrslärm der vorbeifahrenden Fahrzeuge abschirmen wie zukünftig gegen die Geräusche der Züge einer reaktivierten WLE. Dabei hat man naturgemäß die Bewohner des neuen Baugebiets im Auge gehabt. Doris Sarrazin und ihre Mitstreiter leben aber auf der anderen Seite des Walls, gegenüber des Lancier-Geländes, im Wohngebiet am Juffernkamp.„Für uns bedeutet die Lärmschutzwand keine Verbesserung“, erklärt sie. „Im Gegenteil.“ Seitdem das Bauwerk steht, habe der Lärm deutlich zugenommen. „Meine Enkelkinder können abends nicht einschlafen, weil es draußen zu laut ist“, erklärt Doris Sarrazin. Das sei früher nie der Fall gewesen.

Iris Sauer-Waltermann

Sie leiden unter dem Lärm, der von der Lärmschutzwand zurückgeworfen wird, und sorgen sich um die Schulkinder: Doris Sarrazin( r.), sowie Uwe und Magret Möller. Foto: isa

In der Tat scheint der Schall von der begrünten Mauer zum Juffernkamp zurück geworfen zu werden. „Ganz schlimm sind aufheulende Motoren der Autofahrer, die hier, kurz vor dem Ortsende, in Richtung Albersloh schon beschleunigen“, bestätigt Nachbar Uwe Möller. Von röhrenden Motorrädern ganz zu schweigen, die „gerne auch mal sonntagmorgens hier aufdrehen“. „Selbst bei geschlossenen Fenstern können jetzt auch etwas weiter entfernt liegende Anwohner genau hören, wann der Bus an der Bushaltestelle‘ Juffernkamp‘ ankommt und wieder losfährt“, fügt seine Frau Magret Möller hinzu. Rund 25 Nachbarn haben sich ihnen angeschlossen. Insgesamt schlagen die Anwohner eine Reihe von Maßnahmen vor, die sie auch an die Stadt Münster richten.

  • Vor allem plädieren sie dafür, eine Tempo-30-Zone bis zum Ende des Baugebiets Petersheide zu verlängern. „Die Einhaltung sollte durch den Einbau von Straßenschwellen unterstützt werden“, finden sie. Das bisherige Ortsausgangsschild gebe nicht das Ende des inzwischen vergrößerten Ortes wieder.
  • Sorgen machen sie sich auch um die Schulkinder, die vom Wohngebiet Juffernkamp und der nahe gelegenen, gleichnamigen Bushaltestelle zum Schulzentrum und zurück gehen. Und um die Kinder, die aus dem neuen Baugebiet Petersheide die nahe liegende Nikolai-Grundschule besuchen. Sie müssten die Straße überqueren und teilweise ein Stück daran entlanggehen. Es fehlt aber auf der westlichen Seite ein Gehweg. Viele Jungen und Mädchen gehen daher über die Straße oder über die Schienen, die zurzeit nur für seltene Güterzugfahrten genutzt werden. „Kein gutes Vorbild“, finden viele. „Sie brauchen einen sicheren Schulweg!“, sind sich die Nachbarn einig. Auch hier wäre eine Tempo-30-Regelung ein erster Schritt.
  • Weitere Maßnahmen wie breitere Gehwege, eine Querungshilfe sowie eine sicherere Bushaltestelle müssten dazukommen.
  • Schließlich kritisieren die Anwohner die Ausfahrt des „Juffernkamp“ auf die Straße „Am Steintor“. Dort gebe es kaum Einsicht in den zum Steintor parallel laufenden Radweg. Radfahrer würden daher leicht übersehen. Auch hier müsse Abhilfe geschaffen werden.
  • Alle drei Nachbarn betonen, dass sie für die Reaktivierung der WLE sind. „Gerne werden wir künftig die Möglichkeit nutzen, bequem schnell mit dem Zug in die Innenstadt zu fahren“, so Doris Sarrazin. Sie hofft aber, dass die Belange der Anwohner des Juffernkamp ernst genommen werden: „Von Anfang an muss die WLE auf leise und umweltfreundliche Antriebstechnik setzen.“
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