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Neues Angebot beim VfL

Premiere für Geh-Fußball

Münster-Wolbeck

Die wichtigste Regel beim Geh-Fußball lautet: Laufen – egal ob mit oder ohne Ball – ist verboten. Die neue Sportart wird jetzt beim VfL Wolbeck angeboten. Der erste Trainingsabend war vielversprechend.

Von Andreas Hasenkamp

Auftakt zum neuen Fußball-Erlebnis mit Geh-Fußball: Das Sportangebot feierte in Wolbeck Premiere auf dem Kunstrasenplatz. Foto: anh

Premiere hatte in Wolbeck am Montagabend das „Walking Soccer“. Während die meisten Altherren des VfL Wolbeck sich in einer Platzhälfte des Kunstrasens trafen, erklärten Bernd Winkelnkemper und Reinhard Zumdick den anderen acht im Strafraum der anderen Hälfte die Regeln für das Spiel „Geh-Fußball“.

Mit dabei waren aktive Kicker, die noch am normalen Trainingsspiel teilnehmen. Aber auch altgediente Spieler waren mit von der Partie, die seit einigen Jahren nicht mehr mitmachen können. Manche wollen nach langer Pause wieder kicken, andere haben wenig Fußball-Erfahrung.

Gehen will gelernt sein

An den Enden des Strafraums standen kleine Tore – einsam ohne Torwart, so lautet eine Regel. Das Regelwerk umfasst noch mehr, erläuterten Winkelnkemper und Zumdick: Kein Grätschen, kein Tackling, der Ball bleibt unterhalb der Gürtellinie, und anderes mehr. Vor allem aber: Nur Gehen, nicht Laufen.

Das schilderten nach dem Spiel mehrere als Hauptproblem: Einmal, weil man aus Gewohnheit „Gas gibt“ um den Ball noch zu retten, vor dem Wegrollen ins Aus oder ins eigene Tor. Zum anderen, weil man sich an die Grenze zwischen Gehen und Laufen erst einmal gewöhnen muss. Ob man da nicht einen Schiedsrichter gebrauchen könnte?

Aber auch die „normal spielenden“ Kicker müssen häufig ohne „Schiri“ auskommen, was mal besser und mal schlechter klappt. Bei der Geh-Fußball-Premiere resümierte Zumdick: „Das komplexe Regelwerk wird schon relativ gut eingehalten.“

Vorausdenken ist notwendig

Der Ball rollt, die Spieler gehen, fünf gegen fünf: Ständig ist hier Bewegung, das Gehen fällt gar nicht auf. „Schöner Schuss in die Nahtstelle!“ Es steht 1:1. Die Spieler müssen viel mehr vorausdenken – sonst kann kein Spurt den vorangeeilten Gegner mehr aufhalten. Und den Schuss gut zu dosieren ist auch gefragt. Man müsse „in den Geh spielen, nicht in den Lauf“, so Altherren-Trainer Christian Wolbeck.

So wurde mächtig geschwitzt, verletzt hat sich keiner. Mancher erwartet einen Muskelkater. Am nächsten Montag wird man es hören, in der dritten Halbzeit. Diesmal waren es zehn Leute vom Geh-Fußball, 19 vom „normalen“: Das ist, zusammengerechnet, ein Rekordwert, wie man bei den Altherren vermerkte.

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