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Feuerwehreinsatz

Reizgas am Schulzentrum Wolbeck: Elf Schüler im Krankenhaus

Münster-Wolbeck

Das Schulzentrum Wolbeck wurde am Donnerstag teilweise evakuiert. Die Feuerwehr wurde gerufen, nachdem rund 50 Schülerinnen und Schüler über Atemwegsprobleme geklagt hatten. Elf Schüler mussten notärztlich versorgt worden.

Von Markus Lütkemeyer

Die Feuerwehr wurde am Mittag gerufen, nachdem die Schüler über Übelkeit oder Reizungen der Atemwege klagten. Foto: anh

"Wir lassen erstmal die Feuerwehr die Leute herausholen“, sagt der Polizist um 12.38 Uhr neben dem Verwaltungsflügel des Gymnasiums Wolbeck. Gerade rollt eine weitere Fahrtrage an ihm vorbei, auf dem Gelände und auf der Von-Holte-Straße steht ein Dutzend Fahrzeuge der Feuerwehr, darunter diverse Rettungswagen, auch eine Drehleiter. Eine kleine Gruppe junger Schüler steht in einer Reihe, Rettungspersonal um sie herum.

Dann naht um 12.50 ein Notarzt-Hubschrauber des ADAC und landet auf dem Schulgelände. Es sind weitere Sirenen zu hören. Eigentlich ist an diesem Donnerstag Warntag, um 11 Uhr sollten die Sirenen den Alarm für den Katastrophenschutz testen. Bald nach 12 Uhr beginnt dann die Kette von Feuerwehr-Sirenen, die lange anhält und für Aufregung im Stadtteil sorgt. Schnell verbreitet sich die Nachricht in den sozialen Netzwerken, dass sich am Schulzentrum ein Großaufgebot der Feuerwehr versammelt. Fahrzeuge stehen sowohl auf dem Schulhof als auch auf dem Parkplatz hinter dem Lidl-Supermarkt. Was ist geschehen? Am Schulzentrum Wolbeck werden elf Schülerinnen und Schüler durch ein Reizgas leicht verletzt. Mehrere Kinder hatten nach dem Besuch einer Toilette über Husten und Übelkeit geklagt.

Reizgas im Toilettenraum

Die Polizei geht nach bisherigem Kenntnisstand davon aus, dass eine oder mehrere unbekannte Personen in dem betroffenen Toilettenraum Reizgas versprüht hatten. Entweder Pfefferspray oder CS-Spray, also Tränengas. Laut einem Elternbrief der Realschule Wolbeck soll sich die fragliche Schultoilette im Stern 4 des Gymnasiums befinden. Es handelt sich um eine Jungentoilette. Der Leitstelle der Feuerwehr Münster werden zunächst 15 Betroffene gemeldet. „Doch es wurden immer mehr“, berichtet ein Feuerwehrsprecher vor Ort. Notärzte betreuen im Rahmen des Einsatzes insgesamt 66 Schülerinnen und Schüler vor Ort. Sie werden alle, nach und nach, ärztlich begutachtet und dürfen anschließend das Gelände verlassen oder werden von den Eltern abgeholt. „Unsere erste Aufgabe vor Ort war allerdings, die Menschen wieder etwas auf den Boden zu holen“, beschreibt ein Feuerwehrsprecher die ersten Minuten des Einsatzes.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Zunächst war nämlich völlig unklar, woher die Symptome der betroffenen Schülerinnen und Schüler rühren. Entsprechend groß sei daher die Verunsicherung in der Schülerschaft und auch im Lehrerkollegium gewesen, schildert der Feuerwehrsprecher. Gegen 14 Uhr rücken die ersten Feuerwehrkräfte wieder ab. Die Gefahr ist gebannt, die Verletzten sind in Behandlung. Die Ermittlungen der Polizei dauern dagegen weiter an. Zeugenhinweise bitte an die Polizei Münster: 0 25 1/ 275 -0.

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