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VfL Wolbeck hat bei den Juniorinnen ein Nachwuchsproblem

Schwierige Zeiten für den Mädchenfußball

Münster-Wolbeck

In den Grundschulen möchte der VfL Wolbeck mehr Mädchen für den Fußball begeistern. Zurzeit gibt es nur ein Juniorinnen-Team neben den Ü-Damen im Verein.

Von Andreas Hasenkamp

Vor dem einzigen Juniorinnen-Team des VfL Wolbeck liegen schwierige Zeiten. Der Mädchenfußball hat ein Nachwuchsproblem. Foto: Andreas Hasenkamp

Es ist etwas frisch auf dem Rasenplatz des VfL Wolbeck, als die 18 Mädchen der U-15-Juniorinnen nach dem Training zusammenkommen. Beim VfL Wolbeck gibt es nur diese eine weibliche Gruppe neben den Ü-Damen von Trainerin Katrin Burkötter.

Trainerin Andrea Fennenkötter hat die Juniorinnen bei diesem Training in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine ältere Spielerin trainiert die Jüngsten auf einem kleinen abgetrennten Feld, während die älteren zum Abschluss ein Spiel bestreiten. Hier wird emsig freigelaufen, da tunnelt eine Kleine eine Größere. Eine deutlich Größere, denn das Altersspektrum reicht von neun bis 14 Jahren.

Das sorgt für zwei Probleme: Einige 14-Jährige müssten bald in die nächste Altersklasse, und die einzige Mädchenmannschaft wird schrumpfen. Das andere Problem: Die Unterschiede in der Entwicklung sind zumindest in der Körpergröße leicht zu sehen. Einige Spielerinnen haben als Mini-Kicker angefangen, andere sind neu dabei, eine ist wieder eingestiegen. Der Alters-Unterschied sei „eigentlich kein Nachteil“. Denn der Hauptteil des Trainings läuft getrennt, das Abschlussspiel gemeinsam. Fennenkötter ist es wichtig, „dass die Mädchen mit Spaß bei der Sache sind“. Beim Pressegespräch nach dem Mannschaftsfoto wissen die Mädchen, worum es ihrer Trainerin geht: „neue Mädchen dazu zu kriegen“, im Alter von „9 bis 14“, die bräuchten sie „alle“.

Im Spielbetrieb ist es schwierig. Fennenkötter erklärt: „Sie sind in eine starke Gruppe gekommen.“ Meist hätten sie nur „eine Auswechselspielerin“, sagt eine. „So gerade eben genug“, bedauert Fennenkötter. Das schlägt auf die sportliche Bilanz durch: „Wir sagen einfach: Wir sind Erster“, erzählt ein Mädchen, „wir sagen ja nicht, ob von vorne oder von hinten.“

Ganz klar sind die Ursachen für den Mangel an Nachwuchs nicht. Vor wenigen Jahren noch hatte der VfL eine Seniorinnen-Mannschaft mit Trainer Patrick Timmermann, die Aufstiegserfolge feierte: Sie spielte in der Landesliga. Es seien aber wenige nachgewachsen, meint der heutige Vorsitzende des VfL, Jörg Pöppelbaum. Wenn Ausbildung, Studium und Familie wichtiger werden, brächen viele weg.

2012 schon hat der DFB den Mädchen-Fußball als „eine Chance für die Vereine“ ausgerufen, es gibt einen „Tag des Mädchenfußballs“. Dennoch sind die Zahlen beim Frauenfußballnachwuchs seit 2010 rückläufig, konstatierte 2019 ein Beitrag im Deutschlandfunk.

Der VfL Wolbeck geht das Anliegen neu an und zielt auf Grundschulen. An der Nikolai-Grundschule soll nach den Winterferien eine Fußball-AG starten.

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