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Konzertpianist Stefan Schirjajew

So wirkt Filmmusik

Münster-Wolbeck

32 Jahre lang war der Film stumm, bevor er sich Tonfilm nennen durfte. Musik jedoch war immer zu hören. Der Konzertpianist Stefan Schirjajew demonstrierte bei einem Auftritt in Wolbeck, wie Filmmusik die Stimmung beeinflusst.

-anh-

Musik bereichert nicht nur den Stummfilm, demonstrierte Stefan Schirjajew bei „Kultur vor Ort“. Foto: Andreas Hasenkamp

Bewegte Bilder ganz ohne Ton – das irritiert den Menschen. Den Einfluss von Musik auf die Wirkung von Film demonstrierte am Donnerstag der Konzertpianist Stefan Schirjajew bei der Nachmittagsveranstaltung des Vereins „Kultur vor Ort Wolbeck“. Gibt es Ton, verändert er die Bilder, die im Kopf entstehen.

Wird der Filmausschnitt als ein idyllischer Spaziergang in der Natur wahrgenommen – oder schleicht hinter dem Mädchen ein Mörder heran? Testen konnte Schirjajew auch, ob ein Takt Filmmusik ausreicht, um die Wolbecker Gäste erkennen zu lassen, welcher Film dazugehört: „Pink Panther“ – es funktionierte. „Herr der Ringe“ war dagegen nicht so bekannt. „Fluch der Karibik“ schon eher.

Die Musik wirkt nicht schlicht über Tonarten, zeigte der Pianist: Tonhöhe und Geschwindigkeit können die Wirkung von Dur und Moll überwältigen. Und mancher Klang passt überhaupt nicht zum Gesehenen, demonstrierte er. Stille werde in Filmen „sehr wenig verwendet“. Als Stummfilm-Vorführungen begannen, kam häufig ein improvisierender Pianist zum Einsatz – die Projektoren waren laut, die Säle mussten dunkel sein.

Schirjajew schloss den Nachmittag mit dem Stummfilm „Nachbarschaft im Klinsch“ mit dem legendären Buster Keaton, ein Leckerbissen, filmisch und musikalisch. „Die Macht der Musik“ ist der erste Teil einer angedachten Serie. Der zweite Teil zeigt einen Stummfilm mit Buster Keaton, Teil drei wäre ein Workshop, in dem Teilnehmer selbst Klänge beisteuern.

Schwache Resonanz

Die Serie hatte Schirjajew andernorts durchgeführt – mit Erfolg, wie er sagt, 90 Personen machten mit. In Wolbeck kamen dagegen nur sehr wenige Zuhörer. Die waren allerdings sehr angetan.

Schriftführerin Gertrud Wohlthat begrüßte die Gäste, der Vorsitzende Werner Rückamp wies auf kommende Veranstaltungen hin. Am 30. September kommt Schirjajew mit einem Saxofonisten nach Wolbeck, für konzertante Einblicke in die Instrumente. Am 18. Oktober werde der Ringelnatz-Vortrag mit dem Ehepaar von Hagen nachgeholt.

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